Personalisierungsoptionen - Rücknahme


#1

Hi,

hab zum ersten Mal einen Kunden, der 3 Produkte mit ‘Personalisierungsoption’ gekauft hat. Immer den gleichen Artikel aber in 3 Größen. Ich befürchte ich nähe 3 und er schickt dann 2 zurück.

Jetzt frage ich mich wie das ist wenn Produkte ja ‘personalisiert’ sind. Dann sind sie ja individuell auf die Bedürnisse angepaßt, ist dann eine Rückgabe, die weder eine Reklamation noch ein korrekter Widerruf ist überhaupt möglich?

Die Produkte sind nicht in der Katergorie ‘Kleidung’ eingestellt, sondern unter ‘Spiele’ weil Kostüme.


#2

Dazu möchte ich noch sagen, ich habe extra eingestellt, dass ein Kunde immer nur 1 Artikel dieser Art kaufen kann, um den Kauf von mehreren Größen auf einmal zu Minimieren, aber der Kunde hat das umgangen indem er 3x einzelne Käufe gemacht hat.


#3

Könnte man den Artikel nach dem Rücksenden leicht an jemand anderen verkaufen?


#4

Ich kann deine Befürchtungen verstehen, aber bis zu einem gewissen Grad mußt du wohl mit diesem Risiko leben, auch bei Personalisierungen. Allerdings gibt Amazon bei Personalisierten Artikeln vor, dass der Kunde bei diesen Artikel innerhalb von 14 Tagen evtl. Mängel zu reklamieren hat und ansonsten die Rückgabe ausgeschlossen ist. (Lies dazu bitte noch einmal die Amazon Richtlinie für Amazon Handmade!)


#5

Nicht wirklich. Zum einen handelt es sich um ein sehr spezielles Produkt: Unterrock mit Po-Polster für viktorianische unregelmässige Röcke.
Zum anderen biete ich 4 Größen in 2 Farben an. Also 16 Varianten. Im Durchschnitt habe ich bei e***y diesen Artikel im Jahr 4x verkauft - in je einer der Varianten. Also wenn ich den hinlege, denke ich ich kriege ihn im Zeitraum von 5 Jahren verkauft… Ich glaube das definiert nicht ‘leicht’, oder liege ich da falsch?


#6

Sorry wenn ich nachfrage, heißt das jetzt, dass es nur bei Mängeln einen Widerruf geben kann?

Ich überlege die Kundin anzuschreiben und sie zu bitten mir Ihre Maße zu geben und einen der Käufe zu stornieren mit der Begründung sie kann nicht einen einfach so zurückschicken. Die Frage ist jetzt ob das geht oder ob ich da im Unrecht bin.


#7

Ruf doch beim Kunden an, normal sieht man die Telefonnummer eine Weile. Frag nach den Maßen und sag, dass es keinen Widerruf gibt. Außerdem sollte im Artikel stehen, dass der Widerruf wegen Personalisierung ausgeschlossen ist.
Wenn der Kunde behauptet es besteht ein Mangel, dann wird das Amazon erstmal zurück erstatten und du müsstest dir umständlich das Geld zurück holen.


#8

@Line8 Was steht den in deiner bei Amazon hinterlegten Widerrufsbelehrung zum Thema Ausschluß des Widerrufsrecht?

Kann es sein, dass du dich vor dem Verkauf deiner Kostüme nicht ausreichend mit dem gesetzlichen Widerrufsrecht und dessen Ausschlußgründen sowie dem freiwilligen, verlängerten Rückgaberecht auf Amazon beschäftigt hast?

Ich würde an deiner Stelle mit deinem Kunden nur sehr, sehr vorsichtig kommunizieren. Denn offensichtlich hat dein Kunde alles richtig gemacht, nur du hattest deine Hausaufgaben vor dem Verkauf nicht erledigt! Wie kommt es z.B., dass du nach dem Kauf noch nach den Maßen fragen musst? (Bei einem korrekt angelegten Artikel mit Personalisierung ist der Artikel ohne Maßangaben des Kunden überhaupt nicht kaufbar.)

Im Übrigen ist das Nähen in verschiedenen Größen nicht in jedem Fall ein Ausschlußgrund für das gesetzliche Widerrufsrecht. Das Nähen von Artikeln in verschiedenen Größen und die anschließende Rückgabe im Rahmen des WIderrufsrecht bzw. Amazons Rückgaberecht kannst du nicht in jedem Fall komplett ausschließen. Es ist möglich, es müssen dabei aber konkrete individuelle Kundenwünsche beim Kauf vorliegen, die einen Weiterverkauf nach Rückgabe nahezu unmöglich machen. Nur in solchen Fällen ist eine Rücknahme eines personalisierten Artikels für den Hersteller unzumutbar und damit das Widerrufsrecht u.U. von vornherein ausgeschlossen.


#9

Bei allem, was du bisher zu deinem Artikel geschrieben hast, ist für mich die Personalisierung nicht zu erkennen.
Was der Kunde da vermutlich macht, ist sicherlich nicht sehr schön, aber bei Bekleidung wohl gängige Praxis. Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens eine Größe auch passt. :roll_eyes:


#10
  • Ich muss nicht nach den Maßen fragen. Die Optionen für die Maße sind unter Personalitsierung im Angebot auswählbar, der Kunde hat verschiedene Größen gekauft. Obwohl ich angeben habe man kann nur ein Teil kaufen hat der Kunde das umgangen. Ich wollte es ihm freiwillig anbieten. Richtig lesen, bitte.

Interessant, woran Du abliest was ich alles falsch mache, wo Du die Hälfte meiner Infos überliest.

Ich habe mich selbstverständlich mit Widerruf und dem freiwilligen Rückgaberecht beschäftig und auch sehr viel hin und her mit meinem Anwalt deswegen gehabt.
Mein Widerrufsrecht beträgt 14 Tage und hat mit der freiwilligen Rückgabe wenig zu tun.


#11

Ist theoretisch keine Kleidung, weil unter ‘Verkleidungen’ in ‘Spielzeug’ eingestellt. Daraus verstehe ich jetzt, dass also der Begriff ‘Personalisierung’, den Amazon hier verwendet wohl wenig mit dem in diesem Kontext wichtigen rechtlichen Begriff ‘Personalisierung’ zu tun hat? Also nur weil der Kunde die Personalisierung nutzt heißt das nicht mein Produkt ist defakto als personalisiert anzusehen.

Okay, das ist ja mal verwertbarer Tipp/Hinweis. Danke für Deine Einschätzung.


#12

Dann verstehe ich nicht, wo dein Problem ist! (Außer, dass du offensichtlich nicht verstanden hast, dass du Amazon Kunden neben deinem Widerrufsrecht auch das 30-tägige Rückgaberecht einzuräumen hast, wenn du dieses bei korrekt personalisierten Artikeln nicht explizit ausgeschlossen hast.


#13

Wenn doch bereits beim Kauf alle Maße abgefragt wurden, weshalb willst du den Kunden nochmals nach den Maßen fragen?


#14

Vielleicht solltest du den Anwalt auch mal zum Thema “personalisierte Artikel” befragen. Rein rechtlich gesehen dürfte nichts von dem, was du anführst, deine Einschätzung stützen.
Insofern hat @Amy durchaus recht, wenn sie meint, du solltest deine Hausaufgaben machen.

BTW: Nur weil man sein “Auto” “Pferd” nennt, fängt es nicht plötzlich an zu galoppieren. Ich hoffe, diese Überspitzung hilft dir bei der Problemerkennung.


#15

Handelt es sich um eine Konfiguration oder Personalisierung ?
Bei einer Personalisierung solltest du dieses in der Artikelbeschreibung festhalten. Wenn der Artikel aufgrund der Personalisierung nicht mehr verkaufbar ist, kann die Kundin es nicht widerrufen.
Allerdings Recht haben und Amazon…


#16

Sie will die richtigen Maßen haben und das Teil so anfertigen zu können, dass es kein Widerruf braucht. Es scheint so, dass die Kundin die Ware in verschiedenen Größen zur “Anprobe” gekauft hat… oder für 4 verschiedene Personen…


#17

Nimm doch einfach Kontakt zur Kundin auf und frage nach dem Grund der Mehrfachbestellung, bevor du hier 1000 Meinungen über ungelegte Eier bekommst. Mache ihr freundlich klar, daß du nicht Zalandingsbums bist, ggf. kannst du ja die Bestellung in Absprache mit ihr konkretisieren und sie kann dann den Rest stornieren. Jede ernsthafte Kundin wäre da wohl an einer Vereinfachung der Prozedur interessiert. Mach es (hier) nicht zu kompliziert bzw. laß dich nicht verunsichern.


#18

Unterschiedliche Größen als Varianten anzubieten, hat nix mit Personalisierung zu tun. Außer Du stickst noch den Namen drauf, dann hast Du eine echte Personalisierung, die den Widerruf ausschließt.
Ich meine mich an ein Urteil zu erinnern, bei dem einem Polstermöbelhersteller die ‘Personalisierung’ abgesprochen wurde, obwohl der mit seiner umfangreichen Auswahl an Stoffkombinationen weit mehr als 16 Varianten für sein Sofa hatte. Auch einen PC kannst Du Dir mit Deinen persönlichen Wunschkomponenten vom Händler zusammenschrauben lassen. Eine Personalisierung im Sinne des Widerrufsrechts ist auch das nicht.
Ob also Sachen tatsächlich wieder verkauft werden können, ist nicht relevant.
Kleines Beispiel aus der Praxis: Wenn ich als fertiges Motiv in meinem Shop Buttons mit der usbekischen Flagge anbiete und jemand bestellt dann 50 Stück, kann er diesen Kaufvertrag widerrufen und ich werde voraussichtlich bis ans Ende meiner Tage die 50 Stück einlagern.
Wenn mir aber ein Kunde ein Bild der Deutschlandflagge zuschickt und ich soll das auf 50 Buttons drucken, besteht kein Widerrufsrecht, denn es handelt sich um einen individuellen Aufdruck nach Kundenwunsch.

Wenn Deine Kundin ein Kostüm in Größe S kauft und Dich darum bittet, den Hals in Größe 45 zu machen, hast Du durch die Maßanfertigung Deine Personalisierung :wink:


#19

Hallo Line8,
wenn der Kunde einen Rücksendeantrag stellt, kannst du einfach auf “schließen” klicken. Dann musst du auswählen, warum du den Antrag schließt. Da gibt es einen Punkt der die Rücksendung für speziell für den Kunden angefertigte Artikel ausschließt. Den genauen Wortlaut weiß ich jetzt nicht, aber das findest du schon. Du solltest es allerdings auch in deinen AGB vermerken, dass speziell für den Kunden angefertigte Artikel von der Rücknahme ausgeschlossen sind.
Obwohl es dein gutes Recht ist, die Rücknahme dann zu verweigern, kann es aber trotzdem passieren, dass der Kunde dich deswegen nur mit einem Stern bewertet und diese Bewertung wird amazon nicht löschen.


#20

In dieser Form kannst du das Widerrufsrecht nicht ausschliessen. Und selbst ei richtigen Personalisierungen wie z.B. Namensgravur gibt Amazon meist bei einem A-Z Antrag dem Kunden statt.

Somit liegt das Risiko die Teile zurückbekommen bei Dir.