"Wir haben bei Amazon den Stecker gezogen"


#1

Nettes Fundstück aus dem UK-Forum.
Wollte ich euch nicht vorenthalten.

(per DeepL automatisch übersetzt mit minimalen Korrekturen)


Nachdem wir mehrere Monate lang mit dem Verkauf auf Amazon experimentiert haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es keine brauchbare Verkaufsplattform für uns ist, und haben unseren Amazon-Shop geschlossen. Obwohl es Amazon wirklich egal ist, was ihre Marktplatz-Verkäufer zu sagen haben, werde ich mein Feedback anbieten, falls jemand bei Amazon zuhören möchte.

  1. Der Grund Nummer 1, warum wir uns zurückgezogen haben, ist, dass Amazon die höchste Betrugsrate aller von uns genutzten Verkaufsplattformen hat. Amazon scheitert nicht nur daran, den Betrug wirksam zu überwachen, sondern setzt sich auf seiner Website auch dafür ein, ihn zu erleichtern.

  2. Es gibt absolut keine Unterstützung für europäische Marktplatz-Verkäufer durch Amazon. Dieses Forum hat zunächst einmal keine aktive Beteiligung von Amazon-Mitarbeitern, aber viel wichtiger ist, dass es unmöglich ist, jemanden bei Amazon zu erreichen, der in der Lage ist, irgendwelche Probleme anzusprechen. Anfragen von Verkäufern werden zunehmend durch automatisierte Skripte beantwortet, die keine relevanten Informationen zur Anfrage liefern. Wenn ein Mensch antwortet, wird er unweigerlich von jemandem beantwortet, der nur über sehr begrenzte Kenntnisse der englischen Sprache verfügt und dem zweifellos Ziele vorgegeben werden, um so viele Anfragen wie möglich an einem Tag zu beantworten, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wie hilfreich die Antworten sind.

  3. Die Amazon-Site ist voller Fehler, die dem Verkäufer und dem Käufer ein schlechtes Gefühl geben. Es gibt keine effektive Möglichkeit, diese Probleme zu melden, und Amazon erkennt ihre Existenz nie an. Die Technologie ist erschreckend, die API zum Beispiel ist so langsam, dass es beim Verkauf über mehrere Marktplätze leicht zu überverkaufen ist, da es unmöglich ist, die Lagerbestände sofort zu aktualisieren.

  4. Der Katalog ist ein völliges Durcheinander, er ist voll von falsch kategorisierten Artikeln und ungenauen Produktdetails. Ihr automatisiertes System zur Aktualisierung der Katalogeinträge berücksichtigt nicht die Qualität. Häufig setzen neue Verkäufer Details und Bilder außer Kraft und zerstören einen Katalogeintrag vollständig, und es ist häufig unmöglich, Amazon dazu zu bringen, ihn zu korrigieren. Insbesondere Amazon-Retail bringt eine Artikelbeschreibung oft völlig durcheinander, da er keine Ahnung hat, was er verkauft, aber da die Daten von Amazon stammen, wird sie immer als korrekt angesehen, selbst wenn Beweise dafür vorliegen, dass dies nicht der Fall ist. Es gibt massenhaft doppelte Einträge, zum Teil, weil die Verkäufer den Katalog missbrauchen und zum Teil, weil der Katalog so korrumpiert ist, dass die Verkäufer das Gefühl haben, neue Artikel erstellen zu müssen, da der Katalog so ungenau ist.

  5. Amazon hält sich vollkommen nicht an ihre eigenen Regeln. Es ist zufälliges Glück, wie ein Thema behandelt wird, offensichtliche Fälle von betrügerischen Kunden oder Drop-Shippern zum Beispiel werden nicht nach den eigenen Regeln von Amazon behandelt.

  6. Bei Amazon dreht sich alles um den Preis. Die Art und Weise, wie der Katalog mit der Konkurrenz um die Kaufbox zusammenarbeitet, bedeutet, dass die Kunden nur sehr wenig darüber erfahren, bei wem sie kaufen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kaufbox von einem Verkäufer mit erschreckender Rückmeldung gehalten wird, aber diese Rückmeldung ist für den durchschnittlichen Käufer, der auf die Kaufbox klickt, nicht offensichtlich. Es ist nicht möglich, sich bei Amazon einen Ruf als guter Verkäufer aufzubauen, da die meisten Kunden Ihren Ruf nie sehen. Auf Plattformen wie eBay ist Ihre Bewertung als Verkäufer viel prominenter, und diejenigen Verkäufer, die sich die Mühe machen, qualitativ hochwertige Angebote mit guten Produktinformationen und Fotos zu erstellen, können oft höhere Verkaufspreise erzielen als andere Verkäufer, die sich nicht die Mühe machen, ein qualitativ hochwertiges Angebot zu erstellen.

Insgesamt waren die Erfahrungen als Verkäufer und ich muss sagen, als Käufer bei Amazon sehr schlecht. Wir mussten die Preise bei Amazon erhöhen, um die 7% höhere Betrugsrate im Vergleich zu eBay abzudecken. Die Verkäufe auf Amazon waren für uns die niedrigsten aller Plattformen und auch die niedrigste Marge aller Plattformen. Sie haben gerade ihre Gebühren in unserer Kategorie erhöht, so dass das für uns der letzte Strohhalm ist. Am Ende war es eine leichte Entscheidung, da mehr als 80% unseres Umsatzes und über 95% unseres Bruttogewinns aus anderen Quellen als Amazon stammen. Diese 5 % Gewinn waren die Mühe einfach nicht wert, und wenn wir uns die Zeit, die wir für die Behandlung aller durch die Versäumnisse von Amazon verursachten Probleme aufgewendet haben, genau ansehen würden, dann würden wir wahrscheinlich einen Verlust machen.


#2

Ja, alles ganz genau auf den Punkt getroffen. Der einzige Unterschied zwischen den Verkäufern: Die einen kommen klar damit, die anderen nicht - und das weiß natürlich auch Amazon. Daher sehe ich bei allen Defiziten in nächster Zeit auch keine Besserung.

Cheers!


#3

Und ich dachte schon, du willst uns verlassen :open_mouth:

Ansonsten eine schöne Zusammenfassung , vor allem auch für die neuen VK, die immer mit allzu großen Erwartungen hier aufschlagen.


#4

Die, die damit klar kommen, sind bislang einfach nur verschont worden (reines Glueck).
Es gibt keine Strategie, willkuerlichen Sperrungen oder negativen Bewertungen vorzubeugen. Und es gibt keine zuverlaessige Strategie, diese Ereignisse, wenn sie eingetreten sind, handzuhaben.


#5

Auch mit diesem Risiko kommen manche klar, und andere nicht.

Cheers!


#6

Kommt darauf an wie massiv diese auftreten, mit ein paar Problemen sollten die meisten schon klar kommen. Wenn du als Deutscher Händler dich allerdings dummerweise mit einem Chinesen anlegst, ob nun absichtlich oder unabsichtlich kommst du aus dem Maßnahmeplan schreiben nicht mehr heraus. Was anderes mag es auch noch sein wenn du groß genug bist, für dauerhaft einen Account Manger, aber ansonsten kann es schon ziemlich heftig werden, wenn man Pech hat.
Mfg Maxo


#7

Dem ist nichts hinzuzufügen. :hugs:
Jeder, der glaubt Ama ‘im Griff’ zu haben ignoriert m.E wichtige Fakten oder leidet an Selbstüberschätzung.
Die einzige Chance ist es m.E, sich so aufzustellen, das es auch komplett ohne Ama gehen würde.
Das wird einem aber hier alles andere als leicht gemacht :grinning:


#8

Ich denke, dass die wenigsten die Konstellation haben, dass auf den alternativen Verkaufsplattformen 80% des Umsatzes bzw. 95% des Gewinns gemacht wird. So mancheiner schaut vielleicht auch nur auf den Umsatz und weiß gar nicht, dass er kaum oder nur wenig Gewinn macht.

Wäre die Konstellation bei “Going_Digital” anders herum, würde die Entscheidung, Amazon zu verlassen möglicherweise auch nicht getroffen werden.

Das ändert aber nichts an den durchaus berechtigten Kritikpunkten, an denen man als Verkäufer auf Amazon teilweise aber schon immer litt. So lange ich mich erinnern kann ist der Katalog das reinste Chaos und auch der 1-Level-VKS ist bekanntlich nur zum Aufnehmen der Beschwerden da, ohne sie zu lesen, geschweige denn verstehen zu können. Viele VKS-Mitarbeiter kennen das komplexe Regelwerk nicht einmal.

Dass sich bei Amazon alles nur um den Preis dreht, gehört bekanntlich zum Geschäftsmodell. Amazons Besonderheiten sollte man als Verkäufer einpreisen und die meisten Kunden zahlen ja auch diese Preise. Nur wie lange noch? Aktuell berichtet eine Zeitung mit 4 Buchstaben, dass Amazon im Preisvergleich viel zu teuer sei. Gut für das Image ist das sicherlich nicht.

Und dennoch wird es immer Käufer geben, die ganz bewußt auf Amazon einkaufen werden, weil sie sich auf Amazons A-Z Programm einen höheren Käuferschutz als auf anderen Marktplätzen verlassen können. Dass dieser vermeintliche Schutz nur für Drittanbieter gilt, wissen und verstehen die Kunden nicht. Das große Erwachen kommt erst, wenn sie die bei Amazon direkt erworbenen defekten Artikel nach Ablauf von ein paar Monaten reklamieren wollen. Dann verweist Amazon meines Wissens fast immer auf den Hersteller.


#9

Sehr interessanter Artikel, dem ich ehrlich gesagt zu 100% zustimmen muss. Was für uns im Moment besonders anstrengend ist sind die Betrugsfälle (gerade viel Amazon.fr aber das ist dort leider so) und die geänderten Bilder + Produktbeschreibungen.


#10

Stimmt, Amazon wird bei mir nie mehr als 50% der gesamten Einnahmen erwirtschaften.
Und auch ebay ist mit Vorsicht zu genießen … bei beiden kann mal plötzlich Schluss sein, wenn die Konkurrenz das will.
Deshalb mache ich auch immer nur Werbung für den eigenen Shop.


#11

Er hat leider nichts über ehrliche Rezensionen gesagt, evtl. waren diese für ihm nicht so relevant.


#12

Eine vernünftige Strategie, wenn man langfristig denkt. Komischerweise stösst dies bei den meisten Geschäftsleitungen (dazu noch bei welchen, die sich zumindest selbst als Marke verstehen) auf völliges Unverständnis. Man glaubt man kann über einen Marktplatz alles lösen - dabei führt man nur den eigenen Niedergang herbei… Aber jeder mit Smart-Phone hat ja heute Ahnung vom Online-Markt… die Anzahl von Fachleuten wird ja nur noch beim Fußball übertroffen :slight_smile:


#13

“Das große Erwachen…” kommt auch dann wenn es sich herausstellt
dass ein bei AMAZON direkt erworbener Artikel, der viiiiiiiiel preiswerter
ist als bei jedem Drittanbieter, ein nicht brauchbarer Artikel ist. Da
kommt z.B. Ware die kaputt oder nicht brauchbar oder oder oder ist.
Mit freundlichem Gruß


#14

… was sind das für “Geschäftsleitungen”, die so beschränkt denken?
Denn genau das Konzentrieren auf EINEN Marktplatz kann sehr schnell das Aus der Firma bedeuten.

  • Bei Amazon braucht nur irgendwer zu behaupten, Deine Produkte wären Fälschungen. Schon bist Du weg, ohne jede Nachprüfung der Anschuldigungen durch Amazon.
  • Bei ebay geht das über miese Bewertungen oder die Behauptung, es wären verbotene Produkte … egal wie hirnrissig das ist

Deshalb wird bei mir nur der eigene Shop gepusht und beworben (auf ebay + Am).
Da hat mir niemand reinzupfuschen.
Und ich könnte auch alleine vom eigenen Shop leben.


#15

Komisch, wenn ich etwas suche, ist es bei Amazon immer am teuersten.
Habe z.B. gestern eine Maschine gekauft, die es leider bei ebay oder sonstwo nicht gab …
auf Amazon war sie mehr als doppelt so teuer wie Ähnliches bei ebay …
(dafür waren die Verkäufer bei ebay alles Chinesen ohne Impressum und Tel. )


#16

Ja, weil die meisten bei Amazon kaufen und nicht woanders schauen, kann man bei Amazon einen viel höheren Preis verlangen. Mit Faulheit und der Dummheit der anderen lässt es sich einfach gut verdienen.


#17

Unter diesen Umständen fällt der Abschied bestimmt nicht schwer!
Bei mir ist es genau umgekehrt und deshalb nehme ich die Punkte 1-6 hin. Ich denke, das geht vielen (wenn nicht den meisten) hier so, sonst würden sie es nicht machen.
Wichtig ist es, eine Alternative im Auge zu haben und vorzuplanen. Hier kann es für jeden und ganz plötzlich zu Ende sein.


#18

Nein, es war eine Heißölpresse, und bei den ebay-Angeboten gab es keine Angaben zu den einstellbaren Temperaturen … und bei anonymen Chinesen hätte ich das Ding sowieso nicht gekauft.
Bei Amazon gab es Angaben dazu, und das Teil kommt nur aus England …
außerdem läuft es unter betrieblichen Kosten.
:stuck_out_tongue_winking_eye:


#19

Wenn man nicht selber den Stecker zieht, macht es Amazon irgendwann.
Hab da mal was interessantes am Wochenende gelesen:

Für Amazon oder deren KI ist die Größe des Unternehmens bzw. der Umsatz egal.
Wenn einer geht, kommen zwei neue, denen man wieder FBA aufschwatzen kann.


#20

Mein erster Gedanke:
Ob da etwa der Mops … ?
Der profitiert am meisten davon.
:thinking: