Wie kann man bei einem Verkauf von 0,01 Cent was verdienen?


#1

Ich bin bis jetzt nicht dahinter gekommen,bei meiner Rechnung kommt immer Minus heraus.Warm verkäuft man dann was für einen Cent ?


#2

Moin feika,

über Sinn bzw. Unsinn eines solchen Verkaufs wurde hier schon vielfach (und erschöpfend) diskutiert. Nutze einfach die Suchfunktion oder blättere ein wenig im Forum, dann findest Du alle Antworten auf diese Frage.

Viel Erfolg
grummel


#3

Dann muss aber noch 19% an das Finanzamt gezahlt werden, vom Gesamtpreis (Artikel + Versandkosten).

Dazu noch den Einkaufspreis abziehen … Gewinn???


#4

Hallo Community,

die Frage, wie Verkäufer mit einem Preis von EUR 0,01 einen Gewinn erwirtschaften können, möchte ich ein klein wenig weiter unten anhand einer Beispielrechnung beantworten.

Bitte beachtet, dass Amazon nur die Plattform für Verkäufer zur Verfügung stellen. Verkäufer werden nicht aufgefordert uns Informationen über deren Preisgestaltung zu übersenden.

Es existiert derzeit kein Mindestpreis für Angebote bei Amazon.de Marketplace. Der Preis eines Artikels wird vom Verkäufer festgesetzt. Eine Ausnahme stellt die Buchpreisbindung für deutsche Bücher im Zustand Neu dar.

Käufer treffen eine Kaufentscheidung anhand des Zustandes, der Anmerkung zum Artikel, vorliegender Verkäufer-Bewertungen und – nicht zuletzt - anhand des Preises.

Nachfolgend zwei Berechnungen für den Verkauf eines Buches mit einem Artikelpreis von EUR 0,01 mit einem Versand innerhalb von Deutschland.

  1. Verkäufer hat weder ein Poweranbieter-Abonnement abgeschlossen noch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlegt:

EUR 0,01 Artikelpreis

  • EUR 3,00 dem Käufer belastete Versandkosten
  • EUR 0,00 Provision (15% auf den Artikelpreis) inkl. Umsatzsteuer
  • EUR 1,14 fixe Verkaufsgebühr (EUR 0,99 netto) inkl. Umsatzsteuer
  • EUR 1,16 Variable Abschlussgebühr inkl. Umsatzsteuer

= EUR 0,71 Gesamtbetrag, der dem Amazon Verkäuferkonto gutgeschrieben wird ________________________________________________________________

Hier gibt es wohl keinen Gewinn, denn der Verkäufer muss das ganze ja noch versenden!

  1. Verkäufer hat ein Poweranbieter-Abonnement abgeschlossen und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlegt:

EUR 0,01 Artikelpreis

  • EUR 3,00 dem Käufer belastete Versandkosten
  • EUR 0,00 Provision (15% des Artikelpreises)
  • EUR 1,01 Variable Abschlussgebühr

= EUR 2,00 Gesamtbetrag, der dem Amazon Verkäuferkonto gutgeschrieben wird ________________________________________________________________

Wenn man jetzt noch die Büchersendung über die Post wegrechnet (https://www.deutschepost.de/de/b/buechersendung_national/buechersendung_-_preise.html), verbleibt auf jeden Fall ein Gewinn, der wenn auch nicht sonderlich gross, dennoch mehr ausmacht als der ursprüngliche Warenwert.

Hat ein Verkäufer ein Poweranbieter-Abonnement abgeschlossen, entfällt die Verkaufsgebühr von EUR 0,99 netto (EUR 1,14 brutto). Poweranbieter können die Preise auf der Grundlage einer anderen Gebührenstruktur kalkulieren.

Allgemeine Informationen über Gebühren:

http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?ie=UTF8&nodeId=3367411

Ich hoffe, das erklärt die Frage.

Viele Grüsse,
Ulrich


#5

Hallo feika,

Du schreibst: +“Wie kann man bei einem Verkauf von 0,01 Cent was verdienen?”+

Ähm, nein, da kann man eigentlich gar nix verdienen…

Aber ich habe schon verstanden, dass Du 0,01 Euro bzw. 1 Cent meinst. :wink:

Das funktioniert in Einzelfällen - siehe die Beispielrechnung von Ulrich. Für “Power-Anbieter” kann es sich unter bestimmten Umständen lohnen, allerdings fehlt in Ulrichs Rechnung die anteilige monatliche Gebühr von knapp 40 Euro. Selbst bei einem Verkauf von monatlich 100 Artikeln sind das immerhin noch ca. 40 Cent pro Artikel. Diese Kosten kann man allerdings vernachlässigen, wenn tatsächlich mehrere hundert Artikel pro Monat verkauft werden, denn pro Verkauf sind es dann tatsächlich einstellige Centbeträge. Unter Berücksichtigung der “Eh-da-Kosten” kann es also für bestimmte Anbieter durchaus sinnvoll sein, Bücher für nur einen Cent (zzgl. 3,00 Euro Versandkosten), insgesamt also für 3,01 Euro anzubieten.

Allerdings sollte man sich als Anbieter genau überlegen, welche Bücher man zu diesem 1-Cent-pro-Buch-Preis “verramscht”. Wenn da Ware für “lau” weggeht, die eigentlich auch zu einem höheren Preis einen Käufer finden würde, dann hat man als Anbieter etwas falsch gemacht…

Viele Grüße von der Hexe.


#6

Und nicht zu vergessen die unzufriedenen Käufer,
die mehrere Artikel kaufen und dann die Versandkosten wieder haben wollen,
weil man alles in einem Paket verschickt.

MwSt
Lager
Mitarbeiter
Lohnnebenkosten
Steuerberater
Bankgebühren
Versicherungen
IHK
die Arbeitszeit des Firmeninhabers

usw. usw. es will alles bezahlt werden.

Wer sich das freiwillig antut, dem ist meiner Meinung nach nicht zu helfen.


#7

Hallo,

wenn man die Goethe Sophien-Ausgabe (144 Bände, das entspricht Portokosten von 12 €) für
unter 2 € anbietet oder die 7 bändige Ausgabe von “Psychiatrie in Klinik und Praxis” für 1 Cent (Portogebühren mindesten 6,99 € ) kann man keinen Gewinn machen. Die uns wohlbekannten Anbieter,
die diese Praxis handhaben, werden immer zahlreicher!

So zerstört man sukzessive unsere Buchkultur! Und betreibt meines Erachtens damit unlauteren Wettbewerb. Die Trends (Kindle etc) sind ja schon abzusehen.

Ich habe deshalb Amazon empfohlen, in ihre Verkaufsbedingungen folgendes aufzunehmen: dass eingestellte Angebote wenigstens die anfallenden Kosten decken müssen. Amazon könnte eine dementsprechende Software entwickeln, oder die Verkäufer auffordern, entsprechende Verstöße zu melden, mit der Konsequenz, dass das Biuch aus dem Angebot entfernt bzw. preislich nachgebessert werden muß. (Für die Bewertung eines Buches als neu besteht diese Praxis bereits: Wenn ein Verkäufer Neuware unter dem Listenpreis anbietet, verstößt er gegen entsprechende Regeln…)
Ich würde Euch bitten, wenn Ihr auch dieser Meinung seid, Amazon zu schreiben und für eine Regeländerung einzutreten.
Mit freundlichen Grüßen
Michael


#8
  1. Bin mir nicht sicher ob Du Händler oder Privatanbieter bist?

  2. Bei dem 2. Beispiel wird immer nur 1 Band angeboten.
    HAbe auf die schnelle kein Angebot gefunden wo 7 Bände für 0.01 €angeboten wurden.

  3. beim 1. Beispiel muss man gleich zuschlagen (habe ich für mich gemacht), denn selbst schuld wenn das
    Preistool bei denen versagt, oder?


#9

Hi,

da die Frage ausgiebig beantwortet wurde, schliesse ich hier.

Gruss,
Ulrich


closed #10