Wichtig: OSS und USt-Id


#105

Hallo @antigrav

danke für deinen Beitrag :slight_smile:

Also folgende Dinge sind ohnehin schon bei uns hinterlegt gewesen (s. bitte Fotos)
Foto%202

Nun habe ich noch bei Union-OSs Umsatzsteuererklärung “Deutschland” ausgewählt und mache parallel dazu die Anmeldung beim OSS, da es dem Steuerberater über DATEV noch nicht möglich ist.

Dann heißt es hier abwarten, wie Amazon vorgeht bei der Überschreitung der Lieferschwelle
und dem Umsatzsteuerberechnungsservice bzw. den Steuersätzen ?

Vermutlich wird man die Lieferschwelle ohnehin selbst überwachen müssen, allerdings muss Amazon hier ja dann zumindest ein “Auswahlfeld” hinterlegen, bei dem, wenn es aktiv ist, die Steuersätze der anderen EU-Länder angewandt werden ?

Für all unsere anderen Shops (Ebay, Etsy, Gambio) gibt es bereits Lösungen bzw. Optionen aus Billbee heraus.
Nur Amazon schafft es nicht :smiley:

Danke & Grüße! :slight_smile:


#106

@antigrav vielleicht kannst du oder jemand anderes im Forum uns ja auch helfen was OSS und PAN EU angeht :blush:
Folgende Frage : Wir nutzen den PAN EU Versand durch Amazon und Lagern in Polenund Tschechien, von wo aus die Ware weiter verteilt wird in Läger in ganz Europa (Frankreich,Italien,Spanien etc etc)
Müssen wir nun für den OSS alle FBA Läger in Polen,Tschechien unter “andere Einrichtungen zur Lieferung von Ware” im BOP unter Punkt 3 angeben?

Danke schon mal im Voraus :v:


#107

Das ist eine spannende Frage und leider gibt es dazu keinerlei Informationen. Es gibt ein zentrales Dokument, das Amazon regelmässig erweitert, wo aber auch schon mal Informationen angeboten werden, die zu undeutlich bzw. zu schwammig formuliert sind.

Das Lieferschwellenthema wird für viele SellerInnen zu einem richtigen Problem werden, neben den Problemen Identifikationsdaten, USt-Id und OSS-Anmeldung. Und wie die Privatverkäufer geregelt werden, wird wahrscheinlich als letztes bekannt gegeben.

Man sieht aber auch, dass das Thema bei Amazon mächtig Fahrt aufgenommen hat.


#108

Punkt 3 sind die festen Niederlassungen in anderen Ländern. Damit sind nicht die Amazon-FCs gemeint sondern nur, wenn Du eigene unter Deiner Kontrolle befindliche Niederlassungen hast, die dort Waren lagern und umschlagen/versenden.

Aber bei Punkt 4 musst Du Deine USt-Ids aus den CEE- und PanEU-Ländern angeben


#109

Danke für die schnelle Antwort, aber im BOP steht ja auch “Andere Einrichtungen zur Lieferung von Ware”.
es geht also nicht NUR um Niederlassung, sondern auch um andere Einrichtungen und dazu steht in der Hilfe beim BOP:
Andere Einrichtungen zur Lieferung von Waren

Unter anderen Einrichtungen zur Lieferung von Waren sind dem Unternehmen zuzurechnende Einrichtungen in anderen EU-Mitgliedstaaten zu verstehen, die keine festen Niederlassungen sind und von denen aus im Rahmen innergemeinschaftlicher Fernverkäufe Waren befördert oder versendet werden, wie z.B. Warenlager.

dieses Zuzurechnen ist das strittige, weil wir Ware ja im Amazon FBA Lager lagern durch Verbringung
und weil eben vom FBA Lager Polen z.B. Ware grenzüberschreitend geliefert wird, vermute ich, dass man doch die FBA Läger mit UST ID Nummer angeben muss, da wir ja durch ZM gemeldet Ware dorthin verbringen.

Laut Texdoo ist genau dies strittig, deshalb hier im Forum die Frage, wie andere FBA Händler diese Frage beantwortet haben oder werden.


#110

Naja, das BZSt ist da etwas schwer zu verstehen.

Das FC steht weder unter Deiner Kontrolle noch ist es in irgendeiner Form Deinem Unternehmen zuzuordnen.

Die europäische Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie definiert das ziemlich gut, aber der deutsche Gesetzgeber hat es wieder mal so unscharf ausgedrückt, dass es einer Klarstellung bedarf. Da empfiehlt Taxdoo nach aktuellem Kenntnisstand, dass die FCs nicht zu den “anderen Einrichtungen” gehören.

Also: Kein FC eintragen und allerschlimmstenfalls im nächsten Quartal ändern.


#111

:pray:
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.


#112

Tja, wohin schreibe ich das jetzt, es gibt ja zuhauf Parallele Threads zu dem Thema. Ich wollte nur einen kurzen Erfahrungsbericht abgeben, was die Registrierung angeht. Mein Dienstleister hat sich da nicht gerade hervorgetan. Die Geschichte:

  • Im April habe ich meine STB beauftragt, mich zu registrieren, obwohl die damals noch der Meinung war, für mich ginge das gar nicht (weil ich ja zusätzlich zu meinem Sitz in DE auch schon in AT registriert bin). Ich bestand darauf, weil ich ihr gegenüber offenbar einen Wissensvorsprung hatte.
  • Sie schickte mir auch den Ausdruck des Antrags und ich ging davon aus, alles ist super.
  • Im Juni fragte ich mal nach und wollte die Registrierungsbestätigung haben. Daraufhin bekam ich die Antwort, sie hätte das damals in einem falschen Zugang gemacht, sie müssten jetzt nochmal für alle Klienten in einem separaten Zugang erneut registrieren, damit fange sie aber erst nach ihrem Urlaub, Mitte Juni an.
  • Ich sagte, ok, das ist mir zu spät, ich mache das selbst. Zum Glück habe ich mir irgendwann vor Jahren mal ein Elster-Zertifikat besorgt, mit dem ich auch auf das BOP komme und dort den Punkt zur OSS-Registrierung gefunden habe.
  • 2 Tage später kommt die Ablehnung der Registrierung, weil wir schon registriert sind. Klasse. Ich habe beim Bundeszentralamt für Steuern angerufen was denn nun los ist.
  • Dort die erleichternde Erklärung: für die Registrierung ist es völlig Wurst, mit welchem Zugang diese erfolgt. Das Unternehmen ist registriert und mit welchem Zugang später die Erklärungen gemacht werden ist auch egal, es ist nur zu beachten, dass die Bestätigungen immer nur von dort abgerufen werden können, wo auch der Antrag eingereicht wurde.
  • Allerdings wäre das Schlimmste was man machen könnte: mein STB de-registriert mich wieder weil er glaubt, die Registrierung wäre falsch, und ich versuche mich neu zu registrieren. Durch die de-Registrierung wären wir nämlich 2 Quartale für eine Neuregistrierung gesperrt und damit in 25 Ländern USt-Registrierungspflichtig. Also habe ich nochmal die STB angerufen und gesagt, sie sollen bloß nicht auf die Idee kommen, eine De-Registrierung zu machen, es ist erstmal alles ok und sie soll mal nachschauen, ob sie nicht eine Registrierungsbestätigung für uns im Postkorb hat.

Und siehe da, da war was: der Eingangstext ist folgender:

Betreff: Teilnahme am Verfahren One-Stop-Shop, EU-Regelung
Nachricht für: xxx GmbH
Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund Ihrer Registrierungsanzeige vom 06.04.2021 wurden Sie unter der Umsatzsteuer-
Identifikationsnummer für die Teilnahme am Verfahren One-Stop-Shop, EU-Regelung registriert.
Registrierungsbeginn ist der 01.07.2021.

Ich war zwischenzeitlich mit den Nerven total runter und kann nachvollziehen, wenn es anderen ähnlich geht vor allem wenn sie aus irgendwelchen Gründen noch gar kein Elster-Zertifikat bzw. keinen BOP-Zugang haben. Daher mein Erfahrungsbericht, um zu veranschaulichen, wo es hängen kann.


#113

Danke für Deinen Erfahrungsbericht.

Mein Steuerberater hat Ende April noch behauptet “Das steht alles noch nicht fest und man weiss auch nicht, ob und wann das kommen wird”.

Ich hatte es schon am 1. April in die Hand genommen. Man kennt ja seine Pappenheimer.

So, Steuergedöns ist geregelt, jetzt wird Kohle gemacht. Schönen Tag noch.


#114

Ich meld mich auch nochmal zu Wort, nachdem ich an einem Webinar des österreischischen Finanzministeriums teilgenommen habe.

Nach den dortigen Erklärungen kann man ALLE ig Lieferungen (also an Nichtunternehmer) über das EU-OSS erledigen. Ich hab sogar schon einen Screenshot gesehen, wie das im FinanzOnline aussehen wird:

Demnach kann man als öst. Unternehmen unten im Formular als “Abgangsland” Deutschland auswählen, auch wenn man dort keine UID besitzt und als Verbrauchsland z. B. Italien.

Für mich bedeutet das jetzt, dass ich meine dt. UID eigentlich wieder zurückgeben kann, weil ich wirklich ALLES über EU-OSS erklären kann.

Hab ich da jetzt was falsch verstanden?


#115

Du hast es perfekt verstanden, aber eine Kleinigkeit nicht bedacht bzw. das Ösi-FA hat das nicht genau genug erklärt:

Wenn Du von AT an das Ama-Lager in DE versendest, brauchst Du eine deutsche Ust-Id, andernfalls wäre das eine nicht steuerfreie Lieferung, die Du in AT voll versteuern musst.

Und dickes Lob an die Nachbarn. Nicht nur wegen dem Kaffee und den Bergen inkl. Zirbengeist, sondern auch, dass da mal jemand konkret zeigen kann, was gemeldet werden soll und wie.


#116

Alles klar soweit. Dann werde ich aber im Elster immer nur Nullmeldungen abgeben, weil ich die deutsche UID ja nur für die steuerfreie Lieferung von mir zu Hause ins FBA-Lager benötige oder übersehe ich da was?

Außerdem ist dieses Bild dann falsch:

Es wird entgegen dem was hier steht für den Pan-Europäischen Versand eben NICHT in allen Ländern eine UID benötigt!


#117

Via OSS meldest Du die Fernverkäufe, also grenzüberschreitende Warenlieferungen an Privatkunden.

Wenn Du in DE lagerst, musst Du:

  • in AT die innergemeinschaftliche Verbringung melden (FA)
  • in DE den innergemeinschaftlichen Erwerb melden (FA)
  • und alle lokalen Verkäufe auch an in DE melden (FA)

Ein kurzer Bleistift dazu:

Du sitzt in AT, lagerst bei Ama in DE und IT.

Privat-Verkäufe

  • Verkauf von DE nach AT -->. Fernverkauf, OSS-Meldung
  • Verkauf von DE nach DE --> lokaler Verkauf, FA-Meldung im Lieferland
  • Verkauf von DE nach IT --> Fernverkauf, OSS-Meldung

Deine Lagerbewegungen

  • Lieferung an das Lager in DE --> Meldung an Fa in AT und DE
  • Umlagerung von DE nach IT --> Meldung an FA in DE und IT

#118

Danke, damit ist wohl alles gesagt. IG Verbringung bzw. Erwerb entspricht der Zusammenfassenden Meldung oder ist das wieder was anderes?


#119

Die Zusammenfassende Meldung erfolgt zusätzlich zur Umsatzsteuervoranmeldung. Ist aber auch keine Raketenwissenschaft. 1 x richtig machen, dann gehts wie geölt.


#120

Ich hatte am Montag auch ein erfolgreiches Telefonat mit unserem Steuerberater. Wir haben die Registrierung zu OSS gemeinsam vorgenommen, dann kam fein die Mail mit der Bestätigung, ich hab bei Amazon bei OSS gleich mal AT eingestellt und die Bestätigung in dem offenen Fall, wo Amazon uns dazu auffordert, hochgeladen.
Ob Ama jetzt damit zufrieden ist, weiß ich noch nicht, wir werden ja sehen. :sunglasses:
Und die Probleme in unserem eigenen Onlineshop scheinen sich auch langsam zu lösen…
Momentan bin ich entspannt, und gespannt wies weitergeht :laughing:


#121

Schlagt mich wenns doppelt ist, @antigrav hat es ja auch schon sauber erklärt, ich bin mir aber nicht 100% sicher ob es angekommen ist. Deine Aussage ist falsch, da du die deutsche UID eben weiterhin benötigst, um die normalen B2C Verkäufe nach Deutschland aus dem deutschen FBA-Lager wie bisher auch über die deutsche Umsatzsteuervoranmeldung anzugeben. Genau dort greift OSS nicht, da es kein Fernverkauf ist. Der Fernverkauf kommt für dich jetzt witzigerweise zustande, wenn du von DE nach AT lieferst, und das kommt künftig ins OSS und eben nicht mehr in deine österreichische Umsatzsteuervoranmeldung.


#122

Hat eigentlich zwischenzeitlich irgendjemand klären können, ob man nun als deutscher Händler, der OSS nutzen wird, in der Sellercentral am 01.07. die österreichische UID herausnehmen soll/muss oder nicht? AmaInvoice ist ja der Meinung, die muss direkt raus.

Und der Verkäuferservice gibt nur die üblichen dummen Standardantworten, dass ich für die Registrierungspflicht meinen Steuerberater fragen soll. Nach 4x Fall wieder aufmachen und erklären, dass doch nur Amazon wissen kann, was der USt.-Berechnungsservice mit diesem Feld nach dem 01.07. macht, habe ich es aufgegeben.


#123

Danke, ich glaub jetzt hab ich es verstanden. Doppelt hält besser!

Ich hab heute auch noch mit der zuständigen Ministerialrätin im Finanzministerium telefoniert, die dieses Webinar von dem mein Screenshot stammt gehalten hat.

Sie hat alles bestätigt, was antigrav geschrieben hat. Damit ist OSS für mich eigentlich hinfällig, denn:

  • Verkauf aus FBA-Lager DE nach Kunde in DE -> Meldung in DE, kein OSS
  • Verkauf aus FBA-Lager IT nach Kunde in IT -> Meldung in IT, kein OSS
  • Verkauf aus FBA-Lager DE nach Kunde in IT -> Meldung in DE, solange unter 10.000 und das bleibt bei mir darunter weil die EFN-Versandkosten so hoch sind dass kein Mensch das bei mir bestellen wird
  • Pan-EU Versand -> UID in allen Lagerländern, OSS möglich aber ich bin noch am Rätseln ob auch sinnvoll

Punkt 3 muss von Amazon allerdings noch bestätigt werden, womöglich wollen die sicherheitshalber trotzdem eine OSS-Registrierung, wie antigrav schon bemerkt hat.


#124

Vorsicht! Das reicht ggf. nicht. Es gilt, dass die Summe aller B2C Fernverkäufe < 10.000 liegen muss, um nicht in allen Lieferländern steuerpflichtig zu werden. Es wird also nicht je Lieferland oder gar je Lagerland unterschieden.

Ich sage das auch nur noch damit es ganz klar ist. Ich kenne deine Exporteinstellungen nicht, aber wir als deutscher Händler liegen z.B. mit Versand nach Österreich schon über den alten Lieferschwellen, also > 35.000. Es hätte aber auch z.B. Italien 5.000, Frankreich 5.000 und Österreich 10 Euro gereicht, um die neue Grenze zu sprengen. Und damit wird dann auch jede einzelne Lieferung nach Belgien, Luxemburg, Portugal, Malta und Niederlande dort steuerpflichtig, entweder über eine Einzelregistrierung und Voranmeldung oder eben über OSS.

Du sendest doch sicher auch aus DE (FBA) nach AT? Das ist ein Fernverkauf (analog dein Punkt 3), auch wenn es dein Sitzland ist, und zählt voll mit hinein. Liegen diese Verkäufe > 10.000, dann sei dir tunlichst geraten, dich für OSS anzumelden. Dr. @antigrav möge mich korrigieren (ich betrachte das normal nur als deutscher Händler).

Und wenn du in Summe mit deinen Fernverkäufen über 10.000 liegst, heißt das, du muss jedes kleine Fitzelland in das du vielleicht nur versehentlich lieferst, entweder mit einer steuerlichen Registrierung bedienen oder eben über OSS abbilden. Eben nicht nur die Lagerländer im Beispiel Pan-EU. Pan-EU heißt eben auch, dass die Belgier und Portugiesen, Estländer, Griechen und Bulgaren bei dir bestellen. Da schlägst du ohne OSS ganz schnell sehr hart auf den Boden auf. Bisher war das über die rechthonen Lieferschwellen je Lieferland kein Thema für die meisten. Mit der neuen Regelung (10.000 insgesamt) wird das meines Erachtens für 90% der Amazon Seller Realität.