Wichtig: OSS und USt-Id


#226

Der StB könnte es schon wissen, beim FA habe ich so meine Zweifel.

Hin und wieder drei am Tag oder wie?

Du musst die Nettosumme der Fernverkäufe überwachen, bei denen die Ware von einem EU-Land in ein anderes EU-Land geht. Ab den 10.000 Euro pro Jahr bist Du mit der Sendung im Bestimmungsland steuerpflichtig, die diese Grenze überschreitet.

Also:
5.000 Euro nach Frankreich
4.000 Euro nach Österreich
990 Euro nach Holland

Dann hätten wir in Summe 9.990 Euro an Fernverkäufen.

Jetzt verkaufst Du ein Buch für 9 Euro + 2 Euro Versandkosten nach Belgien und diese und alle künftigen Lieferungen sind im Bestimmungsland steuerpflichtig. Dafür gibt es dann den OSS.

Und das Spezial für Dich als Kleinunternehmerin:

Für die obigen Lieferungen für 9.990 Euro liegt der umsatzsteuerliche Ort der Lieferung im Inland - Du brauchst keine Umsatzsteuer abführen.

Sobald Du die Schwelle überschreitest, verlagert sich der umsatzsteuerliche Ort der Lieferung ins Ausland und für diese Umsätze musst Du Umsatzsteuer bezahlen, denn die Kleinunternehmerregelung gilt nur für Umsätze im Inland.


#227

Ja ich habe meine USt-ID schon länger hinterlegt und dahinter steht bestätigt.


#228

Du bist wirklich sehr geduldig, und bestimmt ein Geschenk Gottes an die Menschen (:-)) . Solange sich also der Gesamtumsatz ausserhalb Deutschlands, aber innerhalb der EU unter 10000 Euro jährlich bewegt, kann ich lustig weiter verkaufen, auch ohne mich “beim OSS/Amazon” anmelden zu müssen ?

Amazon fordert mich auf - obwohl ich alles ausser Deutschland zur Zeit abgemeldet habe - noch für 6 Länder entsprechende ID MwSt Nr. anzugeben, also könnte ich das doch ignorieren, oder ?


#229

Siehe hier:

Korrekt.
Es kann aber wie schon gesagt sein, dass Amazon dich nur noch in Deutschland verkaufen lässt (Möglichkeit 2). Aber auch das scheint für dich kein Beinbruch zu sein (wenn ich dich richtig verstanden habe).


#230

Manche behaupten das Gegenteil. :laughing:

So ist es. Und wenn’s soweit ist, einfach melden.

Das ignorieren wir alle. Wie heisst es so schön: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.


#231

Nein, das wäre kein Beinbruch, ich verkaufe ausschliesslich Bücher. Umsatzmässig hält sich da der Auslandsverkauf in Grenzen. Danke das Du Dein Wissen diesbezüglich mit mir geteilt hast, ich sehe jetzt etwas klarer.


#232

Geben Sie alle USt.-/GST-Identifikationsnummern (Waren- und Dienstleistungssteuer) an, die Sie haben.

Land/Region Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Geltungsbereich Status Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der Gruppe
Deutschland DE301894??? Bestätigt Bearbeiten
22f-Bescheinigung 48/102/06873 Bestätigt 31/12/2021 Löschen

[Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinzufügen](javascript:void(0))

Union-OSS Umsatzsteuererklärung

Haben Sie sich zur Teilnahme an Union One-Stop-Shop (OSS) in Ihrem Heimatland entschlossen? Falls ja, klicken Sie bitte unten auf Ihr Heimatland, in dem Sie sich registriert haben. Falls nein, klicken Sie bitte “Ich habe keine OSS Registrierung”. Wenn Sie sich für OSS entscheiden, können Sie Ihre grenzüberschreitenden B2C Verkäufe in der EU in dem EU Land umsatzsteuerlich melden, in dem Sie Ihr Unternehmen registriert haben. Für mehr Informationen, klicken Sie bitte auf diese Hilfeseite.

                                                                                         Keine Union-OSS-Registrierung                                                                                                      Deutschland                                       Keine Union-OSS-Registrierung

#233

Ich habe bei OSS Registrierung auf NEIN gedrückt, somit sollte doch alles in Ordnung sein, oder ?


#234

Ja, “Keine OSS-Registrierung” antippen. Und jetzt abwarten und am besten immer mal wieder in diesen Thread reinschauen, ob es neue Infos gibt.


#235

Danke, Dir ein langes, fruchtbares und erlebnisreiches Leben, liebevolle Enkel, immer genug Geld auf dem Konto … und eine nie versiegende Liebenswürdigkeit gegenüber Deinen Mitmenschen ! :erröten:


#236

Das sehe ich überhaupt nicht so. Zumindest für den Moment.
Die allermeisten Steuerberater haben keine Ahnung. Ebenso die Finanzämter.
Was passiert also? Aus Furcht mit den Verkaufsplattformen (Allen voran Ama) zu bekommen, wird das Auslandsgeschäft zurückgefahren. Lachen werden dann nur die Großen der Branche. Die haben ihre Steuermenschen. Wenn ich z.B. da an unseren Steuerverbrater denke…wird mir regelrecht schlecht.
Der hatte nicht mal Kenne von 22f. Und einen, der sich richtig mit Onlinehandel auskennt…werden uns wohl einen in der nächsten Bäckerei bestellen.


#237

Das hat aber nix mit OSS zu tun. Die haben schon vorher wie 'n Schwein ins Uhrwerk geguckt, oder glaubst Du ich beschäftige mich mit dem Driss, weil ich nix besseres mit mir anzufangen weiss? Umsatzsteuer im Zusammenhang mit europäischer Logistik und Leistungserbringung aus anderen EU-Ländern ist für viele Steuerberater eine Herausforderung und ich habe keine Lust, meine Kröten wieder rauszurücken weil ein Steuerberater keine Ahnung hat.

Eigentlich kein Hexenwerk, aber Amazon hat ja erst kurz vor knapp erzählt, wie die das umsetzen. Im März/April habe ich noch rumgescherzt, dass Amazon dann keine Rechnungen mehr schreibt sondern nur noch Quittungen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass die das wirklich machen. Als dann die erste Nachrich dazu kam, wollte ich das auch nicht glauben.

Und ich bin bei weitem nicht der Einzige, der völlig perplex war. Viele Rechnungstoolanbieter, aber auch die Schnittstellenleute für den Fibu-Import sind von der Rolle.

Und wer die Amazon-Umsatzsteuerservices gebucht hat, hat heute am Tag 6 vor ultimo erfahren, dass die es auch nicht können. Da gibt es keine OSS-Unterstützung weil Amazon nicht aus dem Knick gekommen ist. Dabei haben die eine sehr gute Umsatzsteuer-Maschine von Vertex im Einsatz.

Da hat Amazon richtig Mist gebaut.


#238

Das hängt natürlich auch stark davon ab, wie die individuellen Umstände sind.
Ich sehe, dass einiges an Mehrarbeit auf mich zukommt. Aber dafür brauche ich keine Lieferschwellen mehr zu überwachen und je nach Situation Länder abzuschalten. Ich kann dank OSS unbegrenzt innerhalb Europas verkaufen und alles von hier aus regeln.
Für viele andere (z.B. Seller, die sowieso weit weg von allen Lieferschwellen waren) überwiegen die Nachteile.


#239

BINGO!!! Und genau das sind doch die Meisten. In einem älteren Bericht hatte ich mal die genauen Zahlen der Seller und deren Umsätze. Ich glaube die Zahlen waren in etwa so:
1,2 Millionen Seller (allerdings weltweit) davon nur ca 20% die mehr als 80 Tausend Dollar pro Jahr Umsatz machen.
Rechnet man das auf Europa bzw Deutschland um, dürften die allermeisten Seller eher Nachteile bekommen.


#240

Eigentlich eine typische Situation, wie sie ein Unternehmen öfters durchstehen muss. Etwas ändert sich, Anforderungen identifizieren, Strategie entwerfen, umsetzen, ggf. verfeinern.

Wenn man ein überschaubares Produktsortiment hat, tut’s eine Exceltabelle für die man keine Magie benötigt.

Wer 60.000 Jahresumsatz mit mehreren hundert unterschiedlichen Artikeln macht, der steht vor richtigen Problemen, also muss sich derjenige einen Rechnungstoolanbieter suchen, der die Sachen ordentlich zerlegt und das Umsatzsteuer-Pling-Pling macht.

Und wer kaufmännisch völlig unbedarft ist, wird grössere Probleme habe; teilweise wird man diese Probleme nicht mal erkennen.

Ich sehe das ziemlich pragmatisch. Amazon + Ecommerce bedeutet, dass sich ständig was ändert, also muss man flexibel sein. Das weiss man vorher. Jetzt werden alle Seller ihre Probleme zu lösen haben. Manche schränken ihren Vertrieb ein, manche geben auf oder scheitern an der Umstellung.

Also sortiert sich der Markt neu und clevere Seller können davon profitieren.


#241

Völlig richtig. Blos so langsam nervt es, was die Politik (Gesetzgeber) in den letzten Jahren da rausgehauen hat. Denke da an die DSGVO. Ein riesen Monster geschaffen… Von wegen wir wollen den Datenschutz stärken…Oder die Verpackungsverordnung. Auch so ein Unsinn. Zig tausende Händler sollen mitmachen und sich registrieren…Einfach mal die Verpackungshersteller zu befragen wäre sinnvoller gewesen. Dazu kommen die Ausnahmen…ich könnte hier einen Roman schreiben, was das für ein Schwachsinn ist. Doch eines hier: Wenn du eine Glasflasche befüllt verkaufst, muss sie registriert werden. Verkaufst du sie leer, dann nicht.


#242

Ich kann mich jetzt der pauschalen Politik- bzw. Gesetzgeberkritik nicht anschliessen. Dieser Gesetzgeber hat einen EU-Binnenmarkt geschaffen, der es mir ermöglicht, in Länder und Bereiche hineinzuwachsen, die ohne diese Regelungen für mich nahezu verschlossen wären.

Dass das Zusammenleben und insbesondere der Wirtschaftsbereich Regeln braucht, dürfte klar sein und auch wenn ich nicht über alle Regeln total erfreut bin, ist es am Ende des Tages auch nur eine von vielen Anforderungen. Das wusste ich, bevor ich mich selbstständig gemacht habe, war dann zwar von der einen oder anderen Sache überrascht, aber auch das ist irgendwann erledigt.

EU-Politik zu machen bedeutet immer den Kompromiss zwischen 27 Ländern zu finden. Wer wie ich schon mal in solchen Richtlinien-Gremien mitgearbeitet hat, der weiss auch, wie schwierig ein Konsens zu finden ist und dass das vermeintliche Optimum oftmals nur in Schritten erreichbar ist.

Kann ich gut mit leben.


#243

Hallo,
diese Auskunft habe ich auch, schriftlich erhalten. Wer sich bei OSS registriert muss auch darüber melden und zu den entsprechenden Sätzen versteuern.
Eine Optierung zum OSS bedeutet Verzicht auf die Lieferschwellenregelung.

Auszug aus der Antwort der BZSt
Guten Tag,

wenn Ihre maßgebenden Umsätze den Schwellenwert von 10.000,- EUR im vergangenen Jahr nicht überschritten haben und auch in diesem Jahr nicht überschreiten, gibt es aus meiner Sicht keine Notwendigkeit an der Sonderregelung OSS, EU-Regelung teilzunehmen, da Sie die Ausnahmeregelung für Unternehmer mit kleinen und mittleren Umsätzen in Anspruch nehmen können. Die Umsätze sind mit dem jeweiligen deutschen Steuersatz in Ihrer inländischen Steuererklärung anzugeben.

Erst der Umsatz mit dem der Schwellenwert überschritten wird, führt dazu, dass ab diesem Umsatz ausländische Umsatzsteuer zu fakturieren ist. In diesem Fall haben Sie immer noch die Möglichkeit, sich für die Sonderregelung anzumelden.

Sollten Sie innerhalb eines Quartals die 10.000,00 € Schwelle überschreiten, haben Sie die Möglichkeit sich bis zum 10. Tag des Folgemonats (in dem die Schwelle überschritten wurde) an der Sonderregelung OSS zu registrieren. Im Registrierungsformular wird auf Seite 5 bei den Angaben zum Registrierungsbeginn die Option “erstmalige Leistungserbringung” gewählt und als Datum der erstmaligen Leistungserbringung der Tag der Überschreitung der Schwelle eingetragen.

Sollten Sie für die OSS Regelung optieren und auf die Anwendung der 10.000,00€ Schwelle verzichten, so kommt es bei allen OSS Umsätzen , ab dem Registrierungszeitpunkt, zur Ortsverlagerung in den Empfängermitgliedstaat. Diese Umsätze sind über das OSS Verfahren anzumelden.


#244

Das sind die kleinen Nickeligkeiten und dazu kommt dann noch die Umsetzung auf Seiten Amazons und Deines Rechnungstoolanbieters. Da gibt es im Moment wenig verlässliche Informationen und bestenfalls ist der Trend erkennbar, dass VCS und damit wahrscheinlich auch VCS-lite die 10.000-Euro-Grenze nicht berücksichtigen werden.

Aber wie genau das umgesetzt wird, was vielleicht noch in den ersten Juli-Tagen nachgebessert wird - müssen wir abwarten.


#245

Ist doch alles nicht sooo komplex.
Registrieren für OSS.
Bei Amazon Händlersitz auswählen.
Tool wie z.B. Amainvoice nutzen.
Und dann 4x um Jahr die OSS Meldung machen.
Sonst bleibt alles wie immer. Ust IDs und Meldungen usw. brauchte man schon vorher.