Wichtig: OSS und USt-Id


#1

Lest es bitte, es ist wichtig für alle Sellerinnen und Seller inkl. Vendoren.

Zum 1.7 ändert sich das europäische Umsatzsteuerrecht grundlegend und wir Onlinehändler müssen vorher reagieren.

Am 1.7. wird es drei Händler-Typen geben:

  1. Viele haben sich gut vorbereitet und verkaufen weiter.
  2. Viele sind noch dabei und rutschen unwissentlich in zusätzliche Steuerpflichten.
  3. Und einige werden Anfang Juli feststellen, dass keine Bestellungen reinkommen.

Kurze Erklärung vorab

Ab 1.7.2021 tritt die grösste Änderung des Mehrwertsteuersystems europaweit in Kraft. Eine ganz wesentliche Änderung betrifft Onlinehändler. Der Marktplatz, also Amazon, wird verpflichtet, einige Angaben von Euch zu speichern und wenn die fehlen, wird Amazon keine Bestellungen für Euch durchführen.

Das ganze Thema ist keine Raketenwissenschaft, aber gefühlt 90% der SteuerberaterInnen und Finanzbeamten sind auf einem erschreckend schlechten Wissensstand. Nicht weiter schlimm, wenn die ihre Weiterbildung dem Zufall überlassen, aber es geht um Eure Umsätze.

Ein sehr guter Artikel dazu ist hier:

Achtung: Privatanbieter sind eine Ausnahme und dazu gibt es derzeit noch keine verlässlichen Informationen, wie Amazon das umsetzt.

1. Was müsst Ihr tun?

Top 1: USt-Id besorgen

Ohne USt-Id werdet Ihr ab dem 1.7.2021 nichts mehr auf Amazon verkaufen.
Die Beantragung der USt-Id braucht einige Tage/wenige Wochen. Also handelt jetzt.
Näheres im Kapitel 3.

Top 2: Beim OSS registrieren

Zwei Gründe, warum Ihr das machen solltet:

  • Ihr werdet ab dem 1.7. recht schnell im Zielland umsatzsteuerpflichtig und das ist teilweise teuer, weil es in vielen Ländern nur über einen Vor-Ort-Vertreter geht und der will Geld dafür.
    Deswegen gibt es den OSS und damit könnt Ihr alle B2C-Fernverkäufe in Eurem Land melden und bezahlen.
  • Amazon wird nur Bestellungen für Euch annehmen, wenn Ihr entweder eine USt-Id des Ziellandes habt oder beim OSS registriert seid. Gleich etwas mehr dazu im Kapitel 2.

2. Wie setzt Amazon die Änderung des Mehrwertsteuersystems um?

Und damit wären wir beim jumping point. Einige Sachen stehen noch nicht genau fest, aber es lässt sich jetzt schon erkennen, wie Amazon das Thema umsetzen wird. Leider fehlt eine exakte Definition seitens Amazon, aber aus den bisherigen Infos lässt sich das Verfahren ableiten.

Dazu gibt es 4 Variablen, die unsere Verkaufstätigkeit massgeblich beeinflussen:

USt-Id im Land Eures Unternehmensstandorts

Ohne USt-Id aus Eurem Sitzland könnt Ihr ab dem 1.7. nicht mehr gewerblich über Amazon verkaufen.

OSS-Registrierung vs zusätzliche USt-Ids

Wenn Ihr bei Amazon angebt, im OSS registriert zu sein, werden Eure Artikel auch in anderen EU-Ländern kaufbar sein.

Wenn Ihr nicht zum OSS-Verfahren registriert seid, dann wird Amazon nur Bestellungen aus den EU-Ländern annehmen, für die Ihr eine USt-Id bei Amazon eingetragen habt.

10.000 € Lieferschwelle

Hierzu ist noch nicht bekannt, wie Amazon diese Fernabsatz-Schwelle umsetzen wird.

Da es eine Ausnahmeregelung ist, die der Seller zu verantworten und zu überwachen hat, rechne ich nicht damit, dass Amazon hier einen Automatismus implementiert.

Hier verstecken sich einige Probleme für die Seller, denn wenn Ihr diese Schwelle überschritten habt, ist jede Lieferung im Zielland umsatzsteuerpflichtig. Das kann richtig teuer werden und schlimmstenfalls müsst Ihr die deutsche und die ausländische Umsatzsteuer abführen.

Privatverkäufer

Auch hier weiss man noch nicht, wie der Privatverkauf ab dem 1.7. ermöglicht wird. Deswegen kann und will ich hier nicht spekulieren und muss Euch um Geduld bitten.

3. Die FAQ dazu

  • Q: Mein Steuerberater sagt, ich brauche keine USt-Id.
    A: Gib Deinen Steuerberater an der örtlichen Sammelstelle für überforderte Steuerberater ab. Oder frag ihn mal, wie und ob er den neuen § 25e Abs. 2 Satz 1 UStG versteht.

  • Q: Mein Finanzamt sagt, ich bekomme bzw. brauche keine USt-Id.
    A: Die Antwort kenne ich. Herr, wirf Hirn vom Himmel und Extraportionen auf die Finanzämter.
    Ihr habt bisher schon eine USt-Id gebraucht um die Amazon-Rechnungen aus Luxemburg richtig zu versteuern und jetzt kommt noch hinzu, dass Amazon gesetzlich verpflichtet ist, von allen gewerblichen Marktplatzhändlern eine USt-Id nachzuweisen.

  • Q: Ich habe doch schon eine 22f-Bescheinigung hinterlegt und die ist noch gültig.
    A: Diese Bescheinigung ist ab dem 1.7. nicht ausreichend für das neue Gesetz bzw. wird nicht mehr dazu führen, dass Amazon Euch verkaufen lässt. Ohne USt-Id ist am 1.7. Schluss für gewerbliche HändlerInnen.

  • Q: Mein Steuerberater kümmert sich um den ganzen Steuerkram.
    A: Wenn Du am 1.7. keine Bestellungen reinbekommst, dann wirst Du sehen, dass Du im Irrtum warst.

  • Q: Mein Steuerberater sagt, das ganze Änderungsgedöns wäre noch garnicht geregelt und wir sollen abwarten.
    A: Das höre ich fast täglich und zeigt nur, dass Steuerberater keinen Bock auf Umsatzsteuer und Weiterbildung haben. Es gibt sicherlich noch einige Details, die noch zu regeln sind, aber das Gesetz liegt seit letztem Jahr vor und Amazon muss sich ab dem 1.7. daran halten. Ihr auch.

  • Q: Wie bekomme ich eine USt-Id?
    A: Finanzamt anrufen, denen erklären, dass Ihr aufgrund §13b und des neuen §25e des UStG eine USt-Id braucht. Dann setzen die einen Merker in Euren Stammdaten und können auch die USt-Id beantragen. Ich schlage vor, dass Ihr den Merker setzen lasst und die USt-Id selber bei der zentralen Steuerverwaltung Eures Landes beantragt, denn Finanzämter sind schon mal langsam und viel Zeit habt Ihr nicht mehr. Rechnet mit 3 Tagen bis 2 Wochen für die Beantragung und wahrscheinlich wird es kurz vor dem 1.7. länger dauern.

  • Q: Muss ich was bei der USt-Id beachten?
    A: Oh ja. Die Geschäfts- und Kontaktinformationen müssen mit den Daten des Finanzamts übereinstimmen, denn Amazon muss Eure USt-Id qualifiziert prüfen. Dazu werden Eure Identitätsdaten und die USt-Id zur Prüfung eingereicht.
    Wenn Ihr also “Knoblauchpressenexpress” als Firmenname gewählt habt, Euer Finanzamt aber nur den Steuerpflichtigen “Erik Mustermann” kennt, wird die Überprüfung der USt-Id fehlschlagen.
    Vorsicht: Eine Änderung der Identitätsdaten kann zu einer vorübergehenden Kontensperrung führen. Wenn Ihr hier früher irgendeinen Phantasienamen angegeben habt, dann habt Ihr jetzt echt ein Problem; ggf. kann Euch der Seller-Service helfen.
    Eure Identitätsdaten findet Ihr hier:
    https://sellercentral-europe.amazon.com/sw/SSR/BusinessKYCInfo/spaDashboard/

  • Q: Wie registriere ich mich zum OSS?
    A: Ich schreib noch einen Artikel dazu. Kommt heute oder morgen.

  • Q: Kann mein Steuerberater diese OSS-Registrierung für mich machen?
    A: Kann sein. Es gibt, Stand heute, widersprüchliche Aussagen dazu. Ihr habt aber nur noch 4 Wochen Zeit um die Registrierung zu erledigen. Daher ist Abwarten keine gute Option.

  • Q: Auf der YouTube-Akademie hat man mir gesagt, dass ich diese USt-Id nicht brauche, also warum machst Du so einen Wind um die Nummer?
    A: Eine Win-Win-Situation: Du brauchst Dich nicht um die Umsatzsteuer-Id kümmern und ich habe ab 1.7. einen Wettbewerber weniger.

  • Q: Ich bin PrivatverläuferIn und was muss ich tun?
    A: Es gibt dafür eine gesetzliche Sonderregelung, aber ich kann Dir noch nicht sagen, wie und wann Amazon diese Regelung umsetzt.

  • Q: Was kann ich gegen Deinen nervigen Umsatzsteuer-Spam tun?
    A: Nix. :grinning:

Disclaimer: Ich bin kein Amazon-Mitarbeiter und kein Steuerberater, kann und will keine steuerliche Beratung machen. Was ich hier schreibe, ist nur ein Ratschlag, den ich bestmöglich recherchiert habe. Ihr findet viele veraltete Dokumentationen bei Amazon und die neueren Dokumente sind noch unvollständig. Hier eine gute und halbwegs vollständige Doku von Amazon:
https://sellercentral-europe.amazon.com/gc/vat-education/eu-dr?ref=sc_eu_VATedu_EUDR_SeCeNews

Last but not least: Ich hätte Euch gerne genauere Informationen gegeben und auf die exakten Definitionen und Dokumentationen von Amazon verwiesen. Diese fehlen noch bzw. sind etwas unvollständig. Kein Grund für mich, hier mit dem Finger auf Amazon zu zeigen, denn Steuerberater und Finanzbeamte sind noch viel weiter zurück und die werden dafür bezahlt, diese Gesetze umzusetzen.

Hope this helps.


Deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
#2

Ich möchte Dir meinen herzlichen Dank aussprechen - was Du hier freiwillig und umsonst an Informationen teilst, die Du recherchiert hast, ist echt klasse.
Im Grunde könnte es Dir ja sonstwo vorbeigehen, was mit anderen Verkäufern ist.


#3

Ganz vielen Dank für Deine lieben Worte.

Ich finde es einfach schade, wenn engagierte Leute plötzlich vor den Poller laufen weil irgendwelche Infos fehlen oder Steuerberater Mist erzählen.


#4

Das ehrt Dich wirklich, Respekt.


#5

Ich kann hier einen Thread nach dem anderen lesen und raffe es trotzdem nicht:-(
Wenn ich nach Europa verkaufe und 10.000 Euro im Jahr nicht überschreite, muss ich dann trotzdem eine OSS-Anmeldung starten?grübel


#6

Manche sind zum Seller geboren, andere werden es mit der Zeit. :grinning:

Ganz einfach: Du hast eine deutsche USt-Id und keine OSS-Anmeldung --> Du wirst nur noch in DE verkaufen.


#7

@antigrav
noch ein interessanter Punkt wäre sicherlich noch:

Ich bin Seller in Deutschland und lagere und verkaufe nur in Deutschland - muss ich irgendwas beachten außer eine USt-Nr (die wie von dir genannt Namentlich passt) zu haben?


#8

Reicht aus, wenn Du nur in DE an Kunden in DE verkaufen willst.

Aber wolltest Du nicht global bis intergalaktisch expandieren um Deine Abermillionen Einzelstücke loszuwerden? :wink:


#9

Hallo,
ich denke, die Verwirrung kommt daher, dass es eine gesetzliche und eine “amazonische” Seite gibt. Und die muss man fein auseinanderhalten.
Gesetzlich bist du unter 10.000€ im Jahr unter der Umsatzschwelle und kannst so weitermachen wie bisher (z.B. im eigenen Webshop).
Nun hat Amazon aber keine Informationen darüber, wieviel Umsatz du ausserhalb Amazon machst. Also werden sie dich voraussichtlich ohne OSS-Registrierung (bzw. andere USt.-Id.s) nicht ins EU-Ausland verkaufen lassen.


#10

Ich ergänze die FAQ:
Q: Wann kann DATEV das OSS abbilden?
A: Nicht vor 08/2021.

Q: Was bedeutet das?
A: Wir lassen uns überraschen was dabei rauskommt.

Q: Gibt es noch ein Land in Europa das OSS für seine Leute ernst nimmt?
A: Bis auf Österreich wahrscheinlich nicht.

Q: Gibt es ein Land in Europa das OSS für Händler aus DE ernst nimmt?
A: Ja, alle.

Mehr Zynismus fällt mir zum Thema OSS nicht ein.

@Antigrav Blitzsaubere Arbeit, Respekt!


#11

Das Datenformat der Umsatzmeldungen wird wahrscheinlich erst Anfang Juli zur Verfügung stehen, was aber eher nebensächlich ist, denn es gibt eine EU-einheitliche Aufzeichnungsrichtline, welche Daten für diese Umsätze aufzuzeichnen sind. Da die ersten OSS-Umsatz-Meldungen erst im Oktober zu erfolgen haben, ist die verbindliche Information des BZSt zwar etwas spät, aber meines Erachtens auch nicht kritisch.

Die schlechteste aller Optionen, denn wer will schon am 1. Juli davon überrascht werden, dass er weniger oder nichts verkaufen kann.

Eher das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt einige EU-Länder, die eine generelle Meldepflicht für die Marktplatzbetreiber vorschreiben, während in DE und AT nur eine anlassbezogene Auskunftspflicht besteht.

Daher eine kleine Warnung (und noch ein Rant gegen Steuerberater): Das Marktplatzgeschehen wird zunehmend transparenter. Wenn ich dann Steuerberater höre, die sich mit “Wie soll das denn rauskommen?” gefallen, dann sind diese Steuerberater nicht geeignet, den Mandanten umfassend über seine Pflichten und Risiken aufzuklären.

Insgesamt bietet uns Sellern das OSS-Verfahren eine grosse Erleichterung in Europa zu verkaufen.


#12

Nein, nein, ich bin nicht gegen OSS an sich. Aber ich bezweifele das es so zu dem Termin funktionieren wird, was uns von keiner Pflicht befreit. Was mich ziemlich züntig macht sind wieder dieses Pack von Steuer"beratern". Wie immer: “abwarten/wissen wir nicht/ mal schauen/ wird schon/das ist aber auch Kompliziert/ DATEV Schulung”… und wenn es haarig wird waren die wieder nichts für das viele Geld und die Arbeit und den Ärger hat der Händler am Hals. Und dann noch eine Illousion - die Chinesen bekommen deswegen keine grauen Haare. Die werden wieder kostenlose und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet Anleitungen von ihrer Regierung bekommen. Und garantiert auch Ansprechpartner.

“denn es gibt einige EU-Länder, die eine generelle Meldepflicht für die Marktplatzbetreiber vorschreiben,” - Natürlich. Aber glaubst Du wirklich, dass die Finanzagentur des Club Med ihre Händler anmacht, weil sie zu wenig Steuern in DE bezahlt? Wenn Du zu wenig im Club bezahlst, dann ist das sicher was ganz anderes. Da können wir um guten Cognac wetten.


#13

Hi,
also ich habe die 22f
muss ich jetzt nur noch auf folgenden Button klicken, oder ? bin verwirrt

Bitte wählen sie ihr Land für Union-OSS aus

und dann auf Deutschland !??

denn mehr Auswahl habe ich nicht,
kommt da noch weiteres zu erledigen ?


#14

Hallo,
ich hab mir jetzt die Umsatz Steuer Id besorgt und auch schon eingetragen waren ein paar kleine Abweichungen zur hinterlegten Adresse dabei, aber nix weltbewegendes, Amazon hat es auch gepasst.
Steuerberater war immer noch steif und fest der Ansicht das das ganze auf meine Kleinunternehmer Regelung auswirkungen hat, hab ihm jetzt ein wenig aufgeklärt und auch das Finanzamt hat Ihn ein wenig fortgebildet. Bin jetzt gespannt wie die mit meinen Netto Amazon Provisonen zurecht kommen. Bei dem ganzen ist mir dann auch noch was aufgefallen was die versaubeutelt haben.
Insgesamt wird es wohl demnächst auf einen neuen Steuerberater hinaus laufen. Dem werd ich dann zuerst mal zu dem Thema befragen. Dann weis ich gleich mal was er taugt.
Mfg Maxo


#15

Wichtig ist die USt.-Id…
22f ist dann wohl eher obsolet.

Na ja. Natürlich musst du dich erst für OSS registrieren (beim BZSt). Wenn du dann die Registrierungsbestätigung hast, Union-OSS Deutschland auswählen.


#16

Vielen Dank für die gute Übersicht zu dem Thema. Mein Steuerberater meinte auf die Nachfrage ob ich mich für das OSS registrieren sollte sowas wie, “du bist erst bei xy% der Lieferschwelle, wir melden uns wenn es kritisch wird und dann können wir auch registrieren.”

Spricht denn überhaupt was dagegen sich nicht für das OSS Verfahren anzumelden?


#17

Das Ganze nennt sich jetzt “Umsatzschwelle” und beträgt 10.000€ für alle EU-Länder kumuliert.
Wenn du die 10.000€ in 2020 oder im 1.HJ 2021 schon überschritten hast, musst du reagieren.
Hoffentlich weiss dein Steuerberater das, wenn er so etwas sagt…


#18

Hast Du eine USt-Id und diese auch im Amazon-Seller-Konto eingetragen?

Bist Du schon fbeim OSS registriert?

Solchen Vollpfosten begegne ich sooooo oft. Aber hinter waren die nie was Schuld und haben das Geld eingesteckt.

Und besonders geschäftstüchtig im Sinne von “Ich hole meine Mandanten da ab, wo die ihre Sorgen haben” sind die auch nicht. Da steht dann auf deren Homepage “digitale Kanzlei … spezialiert auf den eCommerce”, und die wissen weder um europäische Logistikstrukturen, anstatt Schnittstellen gibt es ein “Müssen se mal gucken” und das Digitale an deren Kanzlei ist, dass die jetzt schon Email haben.

Deswegen macht mein Steuerberater die Bilanz und nur dir und die auch nur nach meinen Vorgaben. Geld gibt’s beim Zieldurchlauf.

Hat zwei kleine Nachteile:

  1. Überschreitest Du die 10.000 Euro während eines Quartals, kannst Du Dich in den Ländern anmelden, in die Du ab dem Tag lieferst. OSS-Registrierung muss vor dem Quartal erfolgen (Unternehmensneugründungen werden anders behandelt).

  2. Amazon sieht, dass Du keine OSS-Registrierung hast und nur Steuernummern in DE und IT - also wirst Du auch nur noch Bestellungen aus diesen Ländern bekommen.

Nö. Man ist dann im Jahr der ersten Meldung und im Folgejahr Mitglied und macht schlimmstenfalls 4 x eine Nullmeldung.

Funfact: Mein Steuerberater wusste es im Mai nicht und quakte “Das kann nicht sein… das steht noch nicht fest”.


#19

@antigrav Vielen Dank für die detaillierte Zusammenfassung
@Maxo : wie wirkt sich das mit der USt-Id auf die Kleinunternehmerregelung aus? Muss ich nun USt ausweisen und abführen? Oder bleibt es bei der bisherigen Regelung? Da bin ich etwas blank. Bisher brauchte ich keinen Steuerberater. Das würde ich gern beibehalten.


#20

Immer gerne.

Die USt-Id ist nur ein Unternehmenskennzeichen, sagt aber nichts über Deinen Status als regelbesteuerer oder Kleinunternehmer aus. Noch paar Kleinigkeiten:

  • Ohne USt-Id musst Du auf die Amazon-Rechnungen aus Luxemburg die Umsatzsteuer doppelt abführen.
  • Angenommen Du machst in diesem Jahr mehr als die 10.000 Euro Fernumsätze, dann sind Deine Inlandsumsätze (Lieferung von DE nach DE) weiterhin nicht zu versteuern, die Auslandsumsätze aber schon. Und Du kannst sogar im Inland unter der Schwelle von 22.000/50.000 für die Kleinunternehmerregelung liegen, aber eine Million im Ausland absetzen - Du bleibst trotzdem Kleinunternehmer.