Was beachten als neuer Verkäufer? (Notwendige Behördengänge usw.)


#1

Hallo zusammen,

ich stehe kurz vor dem Abi und habe vor mich im Bereich Online-Handel selbstständig zu machen. Dass der weg dahin nicht einfach sein wird, kann ich mir denken … Aber ich habe ja jetzt genug Zeit mich ausreichend zu informieren. Bisher habe ich das mit YouTube Videos gemacht, die aber alle einen komischen Beigeschmack hatten, weshalb ich es hier mal versuche. :wink:
Bis jetzt habe ich auch noch keine großen Fixkosten, weswegen ich glaube, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist damit anzufangen.

Ich möchte also ganz grob gesagt Waren aus dem Ausland einführen und über Amazon (evtl. eBay …) verkaufen (…leichter gesagt als getan…). Mit der Zeit kommen bestimmt eigene Namen auf den Produkten usw. dazu.
Was habe ich alles zu beachten im Bezug auf Behördengänge, Gewerbeschein, Steuern und Finanzen, Verpackungsgesetz, Widerrufsbelehrung … Einiges habe ich bestimmt nicht auf dem Schirm!

Ich bin dankbar über alle Ratschläge, die ich bekommen kann {Editiert von der Moderation: Persönliche Informationen entfernt}. Auch freue ich mich über Links, in denen ich mich weiter einlesen kann, denn bei finden von Seriösen Quellen kennt ihr euch in diesem Themengebiet bestimmt besser aus.

MfG
Anton


#2

Hallo Anton,

ich glaube Deine Anfrage ist leider zu umfangreich.
So wirst Du vermutlich nicht weiter kommen.
Nicht ohne Grund gibt es Ausbildung / Lehrjahre für den Handel.

Wenn Du möchtest stelle gezielte Fragen zu einzelnen Themen, dann wird Dir sicherlich geholfen.
Eine Komplettanleitung wirst Du hier wohl eher nicht bekommen.

LG vom alten Esel


#3

Hi,

da hast du wohl recht. Zukünftig werde ich wohl ein Auge für Studiengänge im Bereich E-Commerce offen halten. :wink:
Nur würde ich zu gern jetzt schon etwas praktische Erfahrung sammeln. Gibt es grundlegende Dinge, die man zum Start braucht bzw. unbedingt wissen sollte?
Ebenso bin ich mit der Sprache Chinesisch vertraut und habe auch eine Kontaktperson in China, die im Bereich Handel tätig ist, eventuell bringt mir das ja ein Vorteil…

MfG
Anton


#4

Der mit Abstand wichtigste Tipp überhaupt: Sammle erste Erfahrungen außerhalb von Amazon. Das hier ist knallhartes Business der Königsklasse, vor allem auf langfristige Sicht. Bei Amazon dauerhaft gesperrt werden kann schneller passieren als man glaubt, dann meist lebenslang und ohne Chance auf einen Neustart auch bei neuen Unternehmensformen. Der beste Weg: Mache einen eigenen Onlineshop und lerne die Grundlagen von der Pieke auf. Das ist zäh und dauert, bringt Dir aber wichtige Erfahrungen. Wenn Du von Beginn an mehr Umsätze brauchst, nutze zusätzlich Plattformen wie ebay. Wenn dann nach ca. 1-2 Jahren alles im grünen Bereich ist, beste Bewertungen, treue Kunden und ein solider Stand im Wettbewerb erreicht wurde, taste Dich an Amazon heran und mache Dir auch dann noch jeden Tag klar, dass hier alles anders ist als Du es bisher kanntest. Die Erfahrungen und Kenntnisse, die Du bis dahin gesammelt hast, sind jedoch essenziell für deine weitere Zukunft als professioneller Händler.

Cheers!


#5

Ja, das ist ein sehr Wertvoller Tipp. Auch ich habe es so gemacht. 2013 “klein” mit Onlineshop, Ebay, Hood, Dawanda, etc angefangen und erst 2018 mich an Amazon getraut, Davor hatte ich allerdings auch schon 3 Ausbildungen kpl durchgezogen und einige Erfahrungen in einem mittelständischen Unternehmen in nahezu jeder Abteilung durch.
Aber Amazon ist alles andere als Fair. Wichtig ist bei Amazon, wie du mit der Ungerechtigkeit psychisch klar kommst. Das “richtige” einordnen von Kundenanfragen, welcher davon die Wahrheit sagt oder welcher Geld und Ware haben möchte. Die Hilflosigkeit Amazon ausgesetzt zu sein. Kein Ansprechpartner zu haben bei Problemen. Man darf die psychische Belastung hier nicht unterschätzen. Und man muss hier jederzeit damit rechnen, dass von jetzt auf nachher das Geld plötzlich auf unbestimmte Zeit “eingefroren” wird, aber versenden darf man weiterhin.
Alles andere kannst du in Gesetzen und Richtlinien nachlesen und sogar auf Youtube sehen, welche Unterlagen du benötigst. Das ist bei Amazon das Einfachste.

Pass aber bei der Anmeldung auf, dass du “Einzelunternehmen” anklickst und nicht “Unternehmen in Privatbesitz” wenn du keine GmbH oder so hast.


#6

Wichtigster Tip:

Vergiss die ganzen You Tube Mentoren, wenn die so erfolgreich wären, müssten Sie den :poop: nicht machen.
Die würden dann die von Ihnen gepredigte “ruhige” Kugel schieben.
Alleine wenn ich mir die Jungs angucke, habe ich immer das Gefühl, ich wäre in der Dortmunder Nordstadt gelandet.

In diesem Sinne …


#7

Das.
Also alles, von A-Z.

Vielleicht noch:
Wenn Du selbst importierst bist du der Inverkehrbringer. Das ist ne ganz andere Hausnummer als (erstmal) nur Ware von einem deutschen Händler weiter zu verkaufen. Bei letzterem bleiben noch genug Fallstricke übrig aber als Importeur kannst Du dir (je nach Warengruppe) die Zukunft auch recht gut versauen…


#8

Ich wünsche Dir viel Glück und ein langes Leben :wink:
LG
Groundhopper


#9

Es wird höchste Zeit dass die Uni´s wieder öffnen, bevor noch mehr aus Langeweile auf solche Gedanken kommen
LG
Groundhopper


#10

schmeiß das Abi, und spar dir die drei Monate bis zur letzten Prüfung. Wenn deine jetzigen Mitschüler in 90 Tagen ihre Abschlußzeugnisse erhalten, hast du auf Amazon mit importierten China-Crap schon die erste Mille gemacht.
Bildung wird vollkommen überbewertet, believe me


#11

“Junge, lern’ was Anstaendiges!”

Im Ernst: Die Goldgraeberzeiten sind seit 10 Jahren vorbei, die rechtlichen Huerden und Auflagen sind mittlerweile extrem hoch, Kosten entstehen an allen Ecken und Enden. Fehler sind kostspielig, bei Amazon meist final und kostspielig.
Bei Amazon wuerde ich zu diesem Zeitpunkt nur einsteigen, wenn Du a) ueber einige zigtausend EUR Kapital verfuegst und konkurrenzlose Produkte anbietest oder b) nicht davon leben musst.
Also quasi “ganz oder gar nicht”.


#12

Das ist hier der Punkt. :wink: Muss man nicht davon leben, kann man das Ganze viiiiel entspannter angehen (mache ich auch :stuck_out_tongue_winking_eye:).
Z.B. als Student im Nebengewerbe lässt sich mit Ausdauer und Ruhe schon etwas aufbauen, weil dann zumindest schon mal so Sachen wie Krankenversicherung etc wegfallen und man nicht gleich mit gar so arg hohen Fixkosten belastet ist.

@dreimaz empfehle ich zunächst wenigstens mal so ein paar Existenzgründerkurse bei der IHK oder sonstwo (auch Unis/Hochschulen bieten Start-up Kurse an) mitzunehmen. Und dann gaaanz langsam…
Ich finde es gut, dass dir zumindest aufgefallen ist, dass die Youtube-Videos mit Vorsicht zu genießen sind und du hier mal nachfragst.:slightly_smiling_face:

Die Stichworte hast du dir im Eingangspost größtenteils schon selbst gegeben.
Beginnen musst du meiner Meinung nach mit der Frage, welche Unternehmensform am besten passt. Einzelunternehmer oder UG/GmbH? Wieviel Kapital kannst und willst du einbringen? Dann: rechnen, rechnen, rechnen und nochmal rechnen.
Gewerbeschein, Versicherungen, Verpackungsverordnung, Rechtstexte, Zertifizierungen, bei Import kommt noch einiges hinzu… Den Tip, im Online-Handel nicht gerade bei Big A einzusteigen würde ich ebenfalls beherzigen.
Lies mal hier im Forum ein paar Monate mit - dann wird dir klar, warum.

Ansonsten: Viel Erfolg!


#13

Das wär was für Stefffffi gewesen :joy::joy: Studenten und so :rofl::rofl:
LG
Groundhopper


#15

Informier dich mal bei Deiner IHK,
mit Glück gibt es da einen kompetenten Ansprechpartner.


#16

nur so am Rande: Import von Waren aus dem Ausland:

  1. Darf ich das importieren ? (Rechteinhaber schauen ganz genau)
    Paralellimport / Graumarkt / Ware wird gerne vom Zoll beschlagnahmt und dann isse weg
    und Du hast eine nette Summe am Hals wg. Markenrechtsverletzung
  2. Ware aus dem Ausland ist nicht immer Original (das preiswerte Lacotes Shirt zum
    Beispiel)

Auf Amazon muss man sich ganz warm anziehen, sehr viele Mitbewerber die Geld verdienen wollen und müssen und Preiskorrekturen nach unten bis ins Minus ganz
schön lange durchhalten können. Von den Kollegen aus Fernost reden wir mal nicht.
–> Mach Abi, lern was ordentliches und mach irgendwann mal was nebenher…


#18

Du bist noch sehr jung. “Ich verkaufe auf Amazon” hört sich gaaaanz toll an. Aber die Fallstricke lauern schon hinter der nächsten Ecke. Ich habe beim Händlerbund Schulungen belegt. Denke IHK könnte auch weiter helfen. Es will sehr überlegt sein.
Ich drück Dir die Daumen.


#19

Es soll ja auch Bücher geben, wie z.B. die Startup-Bibel, aber Bücher scheinen euch Abiturienten ja fremd zu sein…


#20

Noch ein Praxis-Tip: Evtl. erst einmal einen Aushilfs-Job bei einem Versandhaendler suchen; ich wuerde da einen kleinen Laden empfehlen, so dass Du mit saemtlichen Prozessen in Kontakt kommst. Da kann man eine Menge mitnehmen, auf was man achten muss.
Eins ist allerdings unbedingt notwendig: Buchhaltungs-KnowHow und ein brauchbarer Steuerberater (oder eigene Kenntnisse). Ohne gute Buchhaltung wirst Du auf jeden Fall scheitern.


#21

Ich danke euch für die Antworten, vor allem für die Tipps und Ratschläge!
Einige davon werde ich mir zu Herzen nehmen.

Wohl möglich ist es nur eine Schnapsidee gewesen… Na und?
Nach 13. Jahren Schule stehe ich jetzt vor einem neuen Lebensabschnitt, für den ich mir Ratschläge und Erfahrungen einholen möchte. Für den Anfang ist meiner Meinung nach auch das Internet ein guter Anhaltspunkt, einige Beiträge fand ich hier jedenfalls hilfreich…

Nochmals danke für die Antworten! :slight_smile:

MfG
Anton


#22

Hallo Anton, learning by doing ist auch mein Lebensmotto. Finde den Vorschlag mit dem Praktikum ganz gut. Amazon ist toll, wenn man den Durchblick hat und genügend Luft und Kapital um die Klippen zu Umsegeln :slight_smile: Dir steht die Welt offen. Ergreif die Chancen. Nur wer sich in Bewegung setzt kommt am Ziel an. Viel Glück dabei.
KaWeBa Kosmetik 4Y