OSS bzw One Stop Shop mit PAN EU - Hat Amazon Änderungen geplant?


#1

Moin,

der 1.7.2021 ist ja bald und die EU-Ust-Änderungen nehmen langsam Gestalt an. Wenn der OSS so umgesetzt wird, wie er zur Zeit kommuniziert wird, muss ich für uns das Amazon PAN EU abschalten. Das will ich eigentlich nicht…

Stichwort: Innergemeinschaftliche Verbringungen und Innergemeinschaftliche Erwerbe

Außer Amazon ändert etwas um diese “Pferdefüße” des OSS zu beseitigen…

Hat jemand von Euch etwas gehört, dass Amazon Veränderung im PAN EU dahingehend plant?

Gruss
Juppi


#2

Warum?

Da bleibt’s doch genauso wie es bisher war: Du musst es im Start- und Zielland melden.

PS: Schon beim OSS registriert?


#3

Datev wie auch das BZSt sprechen davon, dass man sich auf der Seite des BZSt registrieren könnte. Leider hab ich das auf die Schnelle nicht gefunden.

Ich sehe nur Vorteile für mich - abgesehen von der schmalen 10.000 € Lieferschwelle für alle. Wenn man die Ware ausschließlich in DE lagert und eine Software hat welche automatisch dann die Rechnungen ab den 10.000 Euro mit den USt-Sätzen der Zielländer generiert hat man eigentlich absolut nur Vorteile.
Für Pan-EU Lagerung ändert sich ja eigentlich auch nichts, oder? Die Steuerpflicht in PL/CZ bleibt einfach bestehen.


#4

Wenn Du mir schon jeden Monat so viel Schutzgeld zahlst, sind natürlich gute Informationen im Preis inbegriffen:

So ist es.


#5

Von Easybill (https://www.easybill.de/blog/one-stop-shop-oss-was-bedeutet-das/):

" Wo stößt das neue OSS-System an seine Grenzen?

Das System des One Stop Shop stößt leider schon dann an seine Grenze, wenn es eigentlich nicht mal richtig begonnen hat. Gerade Amazon hat durch das PAN-EU Programm eine Neuheit geschaffen: eine Lagerung und ein Versand von Ware aus einem Land, fremd des eigenes Unternehmenssitzes.

Für den One Stop Shop allerdings nicht umsetzbar, da die Abführung der Steuer bei der Registrierungsstelle im eigenen Land hier nicht greift. Es kommt zu keiner Steuerschuld im eigenen Land.
Beispiel: Sie lagern die Ware in Frankreich und versenden sie von dort innerhalb Frankreichs (B2B und B2C).

Innergemeinschaftliche Verbringungen und Erwerbe können ebenfalls steuerlich über OSS nicht registriert werden."


#6

Das war doch zuvor auch schon so.
Zwei Dinge haben bisher zu einer Steuerschuldnerschaft ggü. einem anderen EU Land geführt:

a) Du hast die Ware in einem anderen EU Land gelagert
b) Du hast die Lieferschwelle des anderen EU Landes überschritten.

Fall a) Dann wird sich auch in Zukunft nichts ändern.
Fall b) Statt vieler Lieferschwellen hast du nun eine (leider niedrige) Schwelle. Du brauchst dich nach dem Reißen der Schwelle nicht mehr in den jeweiligen Ländern registrieren sondern führst alles über OSS ab. Das macht es schon sehr viel einfacher wie sich in 5 Ländern zu registrieren.

Für mich ist das schon eine sehr starke Erleichterung…

Dann zahlt es sich endlich mal aus! DANKE dir! :wink:


#7

“Gerade” ist gut. Das war 2014/2015.

Etwas vollständiger formuliert (das hätten die Easybiller auch geschafft, wenn sie gewollt hätten):

  • Umsatzsteuerliche Registrierung im Lagerland und von dort aus beginnende Lieferungen in diesem Land sind bisher im Lagerland steuerpflichtig und bleiben es auch.

  • igL / igE sind ebenfalls wie bisher zu melden.

Also alles kein Grund, Pan-EU jetzt abzuschalten.


#8

Ich glaub’, es hackt. :smile: Hiermit hebe ich die Preise ab 1.4. um 300% an. Reicht, wenn Du 1 x die Woche Wurst auf’m Brot hast. :rofl:

Immer gerne


#9

PanEU ist kein Problem, nur kann man imho für die umsatzsteuerliche Betreuung nicht mehr auf Amazons VCS setzen, da dessen Logik den OSS nicht mitberücksichtigt.

Herzliche Grüße

Detlef


#10

VCS ist nur der Rechnungsservice, genannt Umsatzsteuer-Berechnungsservice.

Die umsatzsteuerliche Betreuung ist der Amazon-Umsatzsteuerservice.

Und zum VCS: Vertex scheint fertig zu sein und Amazon arbeitet dran, es einzubauen. Da Vertex extrem mächtig ist, sollte das bix zum 1. Juli funktionieren. Und dann hoffentlich im Vollausbau.


#11

Lange Rede, kurzer Sinn:

  1. Wer nur in DE lagert, aber in PAN EU verkauft, der spart sich in Zukunft die umsatzsteuerlichen Registrierungen im EU Ausland.

  2. Wer in PAN EU lagert & verkauft (z.B. durch das Amazon PAN EU Programm), der muss sich weiterhin steuerlich in jedem Land registrieren, da die Lagerung über den OSS nicht abgedeckt ist.

Korrekt? :nerd_face:


#12

Naja fast.

Lediglich der Begriff Pan-EU sollte vermieden werden, denn das ist das Umlagerungsprogramm von Amazon.

Also steuerliche Registrierung im Land des Unternehmenssitzes und des Lagerlands (ven dem aus die Ware versendet wird).

Wer zum Beispiel in AT wohnt und nur in DE lagert, braucht eine Registrierung am Unternehmenssitz und eine in DE.


#13

Paneuropäisch ist ja kein von Amazon erfundener Begriff, aber hier im Forum wahrscheinlich gleichbedeutend mit Pan-EU FBA.

Ja, genau so hatte ich es verstanden. Meine Sicht war hier aus der eines deutschen Verkäufers mit Sitz in Deutschland.

Was ich mich jetzt Frage — müssen sich alle für den OSS registrieren? Was ändert sich wenn man dies tut bzw. nicht tut?

In unserem Fall erweitern wir gerade in den europäischen Markt mit Pan-EU FBA, wir müssen uns zwecks der Lagerung also ohnehin überall steuerlich registrieren. Gibt es für uns irgendeinen Grund oder Vorteil sich für den OSS zu registrieren? :thinking:


#14

Feedback:

Ohne den Link hätte ich es nie gefunden…

Und ohne die beiden Klärungen der echt total intransparent beschriebenen Fragen wäre ich auch aufgeschmissen gewesen.

ABER: Registrierungswunsch ist abgesendet. Nun harren wir der Dinge.

Frohe Ostern und nochmals danke!


#15

Meines Erachtens ja, denn du willst dich sicher nicht auch für Belgien, Niederlande, Luxemburg, Malta, Ungarn, Portugal, Bulgarien… und und und registrieren wollen, und das musst du ab dem ersten Verkauf, wenn du insgesamt 10.000 überschreitest.


#17

Lieber Kollege, danke für den Link, habe ich noch nie gesehen… noch scheint’s da kein OSS zu geben… warst du da sowieso schon angemeldet (und müsste ich das ggf. auch sein)? Oder dienst das tatsächlich nur für OSS? Sorry, die total dämliche Frage, aber ich gehöre zu denen, die so etwas i.d.R. zum STB delegieren. Ist es denn so dass ich mich da registrieren sollte und selbst irgendwas darin mache, oder ist das nicht Job des STB? Was würdest du einem Dummy wie mir empfehlen? Einfach mal anmelden und dem STB die Anmeldedaten zukommen lassen?


#18

Nein, es besteht keine Registrierungspflicht. Man kann die Umsätze auch wie bisher in den Lagerländern melden UND aufgrund der herabgesetzten, europaweit gültigen Lieferschwelle, in den Zielländern.

Üblicherweise musst Du Dich in den Lagerländern registrieren und in den Ländern, deren Lieferschwelle Du überschreitest. Also wäre bisher CZ/DE/ES/FR/IT/PL/SE das EU-Maximum wenn man Pan-EU macht.

Um es an einem konkreten Beispiel deutlich zu machen:

Du bist in allen Amazon-Lagerländern Europas registriert und hast jetzt in 2022 die Lieferschwelle überschritten weil Du 6.000 nach AT, 3.000 nach BE und 1.000 nach NL verkauft hast.

Damit ist die Summe Deiner Fernverkäufe in der EU über 10.000 und jeder weitere Umsatz in irgendein EU-Land ist dann dort steuerpflichtig.

Das kannst Du wesentlich kosteneffizienter mit dem OSS lösen.

Es gibt seit Jahren das ELSTER-Portal für Einkommensteuer und Umsatzsteuer und das wurde um BOP erweitert. BOP steht für BZSt Online Portal.

Und ins BOP kommst Du mit Deinen normalen ELSTER-Anmeldedaten rein.

Und dann:

  • Formulare und Leistungen
  • Alle Formulare
  • Steuer International
  • One-Stop-Shop (OSS) für in der EU ansässige Unternehmer - EU-Regelung (vormals Mini-One-Stop-Shop)

Ist ja durchaus üblich, sowas über den StB zu machen.

Um die Uhrzeit: Kaffee. Ganz viel Kaffee. :coffee::coffee::coffee::coffee::coffee:

Wenn Du einen guten StB hast, kann er das machen. Ich habe im ersten Jahr schon 4 StB’s “verschlissen” und dann irgendwann zwischen Pfändungsbeschluss des Finanzamts und ahnungslosen Steuerberatern beschlossen: Das Ding nehme ich jetzt selber in die Hand. Punkt.

Da ich ohnehin paar Programmzeilen erstellt habe um die Umsatzsteuer zu errechnen, waren mit fast 100 Euro für das Ausfüllen der UStVA und der ZM einfach zu viel Geld.

So einen Klimbim wie UStVA, ZM und BOP mache ich selber. Die Gewinne investiere ich in Döner-Aktien. :smile:

Wenn Du einen guten StB hast, lass ihn das machen und achte darauf, dass Du alle Unterlagen von ihm bekommst. Zur Not räumst Du mall seine Kanzlei auf.

Ich hatte letztes Jahr einen Händlerkollegen, bei dem fast das Licht augegangen ist. Er wusste am Tag x nicht, was AVALARA gemacht hat und was nicht, sein StB war auch so ein Schluderhannes. Er hatte Ware in drei EU-Ländern liegen und wusste nicht, was dort gemeldet ist und wer der Fiskalvertreter war - schwupps war er in drei Ländern gesperrt weil das dortige FA Amazon informiert hat.

Kann alles passieren, kein Thema, aber man ist teilweise Wochen oder Monate lang völlig bewegungsunfähig wenn man die Infos nicht hat.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, geniesst das Wetter, ich brunche jetzt. :fried_egg::bacon::bacon::coffee::coffee::bread:


#19

Ich hatte mich nie für Pan-EU-Versand registriert, weil ich genug mit meinem Finanzamt zu tun habe, dennoch hat Amazon immer wieder Waren von mir im Ausland gelagert. Hatte schon oft angefragt, wie man das stoppen kann, aber ich erhielt meist nur nichtssagende Textbausteine. Einmal hieß es, es seien Rücksendungen, die wiederverkaufbar waren und im Ausland eingelagert wurden und von dort wieder an neue Kunden verschickt wurden. Aber es waren auch fabrikneue Waren, die dort eingelagert wurden, um schneller verschicken zu können.
Weiß jemand, wie man Ama dazu bringen kann, auschließlich von deutschen Versandzentren zu verschicken?


#20

anscheinend hat das liebe BZST den Link zur OSS-Registrierung wieder offline gestellt…


#21

Nö, bei mir funktionierts.