Kunde behauptet, Büchersendung sei nicht angekommen. Was tun?


#1

Heute bekam ich vom Käufer die Nachricht, dass das bestellte Buch nicht angekommen sei. Ich verschickte dieses aber schon vor neun Tagen richtig adressiert und korrekt frankiert. Bis jetzt sind alle von mir versandten Bücher bei den Käufern angekommen. Da man bei Büchersendungen vom Postamt keinen Nachweis wie z.B. bei einem Paket oder Einschreiben erhält, kann ich also nicht beweisen, dass ich das Buch tatsächlich versandt habe. Der Käufer kann nicht nachweisen, dass er das Buch nicht erhalten hat. Habt Ihr diesbezüglich mit nicht erhaltenen Büchersendungen Erfahrungen gemacht? Wenn ja, wie geht Ihr vor? Und was mache ich mit den Verlustkosten? Ich bin das Buch los, dazu kommen Versandkosten.


#2

Da du die Beweislast für die Zusendung trägst, musst du den kompletten Kaufpreis (einschließlich Versandkosten) rückerstatten oder eben neu zusenden. Ohne Sendungsnummer erhält der Kunde bei amazon praktisch immer sein Geld zurück.

Manchmal steckt Betrug dahinter, manchmal kommt die Sendung tatsächlich nicht an. Wobei letzteres in Wirklichkeit eher seltener vorkommen dürfte.

Wie das in diesem Fall aussieht, weiß nur der Kunde. Das Gegenteil kann man als Verkäufer kaum nachweisen.


#3

Kann mich den von den Kollegen geschriebenen Zeilen nur anschließen: bei einem (unregistriertem) Versand hast Du als Verkäufer bei AMA die A-Karte!
Selbst wenn die Sendung registriert gewesen wäre, hättest Du im Konfliktfall gegenüber AMA - wenn der Kunde einen A-Z-Antrag stellt - wiederum die A-Karte.
Meine langjährige Erfahrung als AMA-Verkäufer hat mich aber gelehrt, dass der Verlust (oder die Unterschlagung) von “Büchersendungen” erfreulicherweise nur recht selten vorkommt.
Vielleicht sind Buch-Kunden ja doch die besseren Menschen?


#4

Freundliches hallo, Fragesteller.
MarketPlacer hat es erwähnt, Du selbst auch: keine Möglichkeit dies nachzuverfolgen.
Es kann in wohl +sehr seltenen Fällen+ sein, dass Büchersendungen auch mal noch länger on tour sind bzw. “versanden”. In einer (Negativ-)Bewertung mal was von etwa 14 Tagen gelesen, auch irgendwo in einem Beitrag im Forum.
Schreibe den Kunden an, bitte um noch etwas Geduld mit Hinweis auf teilweise himmlische Laufzeiten (nur ob er Deine recht sicher als SPAM ankommende Mail liest?) oder gleich Gesamt-Erstattung, was DU als (ehrlicher) Kunde bestimmt auch begrüßen würdest.
FALLS das Druckwerk noch ankommt möge er es Dir bitte frankiert zusenden, Du dieses Porto nachträglich erstattest.
Ob der Buchwert den Aufwand rechtfertigt weißt nur Du.
Gruß durch den Nieselregen, der Clown.


#5

Kann nur raten, als versichertes Einschreiben versenden. Anders gehen bei uns keine Sendungen mehr raus.


#6

Ich habe schon einen Stapel Bücher von der Post zurückbekommen. Feucht gewordene, aufgerissene Umschläge (wieso auch immer) und von fünf Stück waren zwei nicht von mir.

So etwas passiert auch.


#7

Naja, Einschreiben Übergabe dann, oder? Das Einwurf-E. ist ja auch wieder nichts mit Sicherheit.
Bei einem sehr günstigen Artikel lohnt sich das E. auch wiederum nicht.
Das ist so eine Zwickmühle, wie agiere ich.
Was aunt daisy schreibt ist schon auch recht seltsam…was es alles gibt…tsss…


#8

Die Versandart “Büchersendung” hat der Gesetzgeber der Post anno dunnemals zur “Förderung des Kulturgutes Buch” auferlegt. Zielgruppen waren und sind private Versender, Buchclubs, Leihbüchereien usw. Nach den Buchstaben der Bestimmungen der Post ist eine gewerbliche Nutzung eigentlich ausgeschlossen, sie wird lediglich geduldet. Oft und meistens ist sie in drei Tagen am Ziel. Wenn die Säcke mit solchen Sendungen erstmal irgendwo in einer Ecke herumliegen kann es auch Wochen dauern. Jedenfalls dürfte diese Versandart überhaupt nicht den Bestimmungen von Amazon hinsichtlich einer “üblichen Versandart” entsprechen.


#9

Naja, die 7% MWSt. und die Preisbindung gelten ja jetzt auch nicht
nur für Private, Buchclubs und Leihbüchereien.
Und diese Begünstigungen dienen genauso der Förderung des
Kulturgutes Buch.
Bezüglich Post und Büchersendungen habe ich auch etwas andere
Erfahrungen. 50.000 Büchersendungen im Jahr werden nicht einfach nur “geduldet”. Also wirklich nur “eigentlich” ausgeschlossen.


#10

In dieser Interpretation nicht korrekt. Nach

  • https://www.deutschepost.de/de/b/buechersendung_national/haeufige-fragen.html
    > Wann dient eine Büchersendung “geschäftlichen Zwecken”?
    >
    > Grundsätzlich gilt, dass der Hauptversandgegenstand nichts enthalten darf, was das Kaufinteresse oder den Kauf einer Ware oder Dienstleistung beim Leser auslöst.
    >
    > Geschäftliche Zwecke sind z.B. gegeben, wenn:
    >
    > - das Druckwerk von gewerblichen Unternehmen herausgegeben wird, dessen Hauptzweck nicht die Verlegertätigkeit ist
    > - im Inhalt des Druckwerks nur oder fast ausschließlich Erzeugnisse einer bestimmten Firma (Firmengruppe) erläutert oder deren Verwendung empfohlen wird
    > - das Druckwerk von gewerblichen Unternehmen kostenlos oder gegen eine Schutzgebühr abgegeben wird
    > - es sich um Geschäftsberichte gewerblicher Unternehmen handelt
    > - es sich um Veröffentlichungen nicht gewerblicher Einrichtungen handelt, in denen für angeschlossene gewerbliche Unternehmen geworben wird

#11

Vielen Dank fuer die vielen Antworten. Hier ein Zusammenfassung meinerseits auf die darin aufgefuehrten Anmerkungen.
Fuer das Buch erhielt ich ja noch gar kein Geld. Wie soll ich es dann rueckerstatten?
Eine Ersatzsendung kann ich nicht anbieten, da ich mir das Buch erst neulich in einer Buchhandlung fuer zehn Euronen kaufte, las und dann ueber Amazon anbot.
Ein Buch als Einschreiben zu versenden, ist m.E. absoluter Quatsch. Dann wuerde ich ja noch drauf zahlen. Bei den hohen Verkaufsgebuehren bleibt sowieso kaum was uebrig vom Verkaufspreis. Das Gleiche gilt fuer den Paketversand.
Die Anmerkung, dass der Verkaeufer bei Amazon immer in der Beweispflicht ist, der Kunde dagegen immer im Recht, finde ich seltsam. Das wuerde ja die Tuer oeffnen fuer jede betruegerische Absicht.
Ich habe schon oft privat Buecher als Buechersendung versandt. Alle sind immer beim Empfaenger angekommen. Der Buechersendung darf lediglich ein Packzettel beigefuegt sein. Das alles weiß ich. Ich verschickte das Buch absolut korrekt in einem ausreichend großen gepolsterten, nicht zugeklebten Umschlag.
Die Kaeuferin teilte mir heute per E-Mail mit, dass das Buch noch nicht bei ihr angekommen sei. Daher nehme ich an, dass sie meine ihr daraufhin geschickten Nachrichten lesen wird. Ich bat um Geduld, da die Post mir aufgrund meines Nachforschungsauftrages mitteilte, dass es bis zu elf Tagen dauern kann, bis Buechersendungen beim Empfaenger ankommen. Hoffen wir das Beste!
Jetzt warte ich erst einmal ab, ob die Kaeuferin auf meine E-Mails antwortet.

Bearbeitet von: Phantasie-ist-Trumpf am 22.03.2017 21:11

Bearbeitet von: Phantasie-ist-Trumpf am 22.03.2017 21:14


#12

> Fuer das Buch erhielt ich ja noch gar kein Geld. Wie soll ich es dann rueckerstatten?
Wie kommst du denn auf den Trichter?
Der Betrag wird deinem Konto gutgeschrieben, sobald du den Versand
bestaetigt hast.

> Die Anmerkung, dass der Verkaeufer bei Amazon immer in der Beweispflicht ist, der Kunde dagegen immer im Recht, finde ich seltsam. Das wuerde ja die Tuer oeffnen fuer jede betruegerische Absicht.
Ja das tut es teilweise auch, bei Buechern aber eher die seltene Ausnahme.
Aber versetze dich doch mal in die Lage der Kundin. Da wuerdest du doch
genauso von Betrug sprechen, wenn du etwas bestellt und bezahlt
hattest, und es dann nicht ankommt.
Der Verkaeufer ist fuer die Ware verantwortlich BIS sie beim Kunden
angekommen ist.


#13

Du hast Recht, die Bestimmungen der Deutschen Post AG von heute sind aber nur eine Interpretation der Duldung in Abweichung der Absichten der urspr�nglichen Bestimmungen, der Bundespost, des Weltpostvereins etc.pp. Ich bin da etwas weit abgewichen. Selbstverst�ndlich ist auch der B�cherversand ein Gesch�ft. Aber wichtig ist hier wohl nur die Tatsache, da� eine B�chersendung im schnellen Versand immer riskant ist. Die “B�chersendung” ist f�r viele Versender die einzige M�glichkeit, ein Buch verlustfrei zu verkaufen. Das kann auch nach hinten losgehen, denn eine “�bliche Versandart” wird der K�ufer immer als eine schnelle Versandart verstehen. Und was passiert, wenn der Kunde nach 8 Tagen warten einen A-Z-Antrag stellt?!


#14

Entschuldigung, wenn ich so bl�d frage. Ich bin relativ neu bei Amazon und dachte, der Kunde bezahlt erst, wenn die Lieferung angekommen ist. Nat�rlich behalte ich das Geld nicht. Ist ja klar. F�r mich gilt dann halt, au�er Spesen nichts gewesen. Die Bemerkung, dass der Verk�ufer daf�r verantwortlich ist, dass die Ware beim Kunde ankommt, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Kann ich was daf�r, wenn die Post schlampt? N�chstes Mal sattle ich mein Pferd und bringe die Ware pers�nlich vorbei. Oder ich schlie�e mein Konto bei Amazon und spende meine B�cher einem gemeinn�tzigen Verein. Trotzdem Danke f�r Deine Ausf�hrungen, Ubik!


#15

Das einfachste ist wie schon geschrieben,:Erstattung. Sobald der Kunde die A-Z Garantie zieht hast du sowieso verschis,! Es gibt immer wieder Kunden die darauf reiten,entweder keine Büchersendungen,ist aber anders nicht wirtschaftlich,ich habe hier schon über 6000 Bücher verkauft,die A-zler werden leider immer mehr…und ich schmeisse immer mehr auf den Müll

Bearbeitet von: kanzlermacher am 22.03.2017 21:38

Bearbeitet von: kanzlermacher am 22.03.2017 21:44


#16

Alternative…verkaufe Bücher über Booklooker,da läuft das System viel besser


#17

kanzlermacher, was ist denn eine A-Z-Garantie? Habe null Ahnung. Und wie erstatte ich einen Betrag, der meinem Konto noch gar nicht gutgeschrieben wurde. Fragen ueber Fragen.


#18

A-Z Garantie ist der Kunde stellt einen Antrag bei Amazon das er zB den Artikel nicht erhalten hat oder der Artikel fehlerhaft ist oder der Artikel nicht der Beschreibung entspricht etc…Amazon glaubt natürlich dem Kunden weil die glückliche Kunden haben wollen…Endefekt… Kunde bekommt sein Geld erstattet und Amazon belasten den Verkäufer mit dem erstatteten Betrag und selbst bei angeblichen defekten Artikeln darf der Kunde dann noch den Artikel behalten

Bearbeitet von: kanzlermacher am 22.03.2017 21:55


#19

Erstattungen …geh auf Bestellungen verwalten,da ist der Rest eigentlich selbsterklärend…also Bestellung erstatten etc…man kann Teilbeträge und auch ganze Beträge plus Porto erstatten…kommst dadurch ins Minus,zieht Amazon das von deinem Konto ab

Bearbeitet von: kanzlermacher am 22.03.2017 22:04


#20

kanzlermacher, jetzt muss ich nochmals dumm fragen wegen der Erstattung.

A) Der Kunde zahlt an Amazon den Verkaufspreis plus Versandkosten. Davon zieht Amazon die Verkaufsgebühr ab und überweist in ferner Zukunft an den Verkäufer den Restbetrag. Dieser Restbetrag wurde mir aber noch nicht überwiesen, sondern ist als Saldo noch offen.

B) Wenn nun der Kunde Amazon informiert, dass die Ware bei ihm nicht eingegangen ist, warum überweist dann Amazon nicht automatisch den Rechnungsbetrag zurück? Vorausgesetzt natürlich, die Ware wird vom Käufer VOR ERHALT derselbigen bezahlt.

C) Behält Amazon bei einer Erstattung eigentlich die Verkaufsgebühr ein?