Automatisierung der Genehmigung von Rücksendeanträgen für Bestellungen mit Versand durch Verkäufer


#42

Das kannst Du bei vielen Artikeln aber nicht, wenn Du Artikel für 3,50 oder 5,- € hast - we teuer sollen denn die dann am Ende in den Suchergebnissen gegenüber den Mitbewerbern stehen - dann verkaufst Du ja nix mehr.

Sowas ist schnell mal dahin gesagt, aber mehr auch nicht!


#43

Das Problem ist, das Du die Kosten für das Rücksende Etikett nicht im Griff hast. Amazon nimmt da teilweise utopische Preise! Hatte vorgestern so einen Fall: Eine Fußmatte verkauft VK 13,99. KD macht Retoure. Amazon gibt Rücksendeetikett mit: 16,90€!!! Da frag ich mich auch ob denen einer ins … hat!


#44

Bei personalisierten Artikeln wird das dann sicher auch ein Spass, wenn Amazon solche Aufträge durchwinkt :slight_smile:


#45

Der Eigentliche Hintergrund dieser “Verbesserung” ist weder die Zufriedenheit der Kunden, noch eine Arbeitserleichterung für die Händler, sondern einzig und allein eine Steigerung der Einnahmen für Amazon.

Amazon erhält für jeden Verkauf eine Provision.
Bei einer Rücksendung wird dann jedoch ein Teil der Provision einbehalten.

Wenn nun also ein Rücksendeantrag durch den Händler “abgelehnt” wird und der Händler aus Kulanz einen Austausch vornimmt, so geht Amazon hier Geld durch die Lappen.
Für Amazon ist es Finanziell besser, wenn der Kunde zurücksendet und neu bestellt.
So kann Amazon zusätzliche Provisionseinnahmen erzielen.


#46

…oder aber, man erhöht den Druck, sich doch für FBA zu entscheiden oder gleich direkt an Amazon zu verkaufen.


#48

Ja klar, aber das ist eben ein weiterer Stein.

Problematisch ist für mich persönlich die Kommunikation mit dem Kunden, die hier immer mehr eingeschränkt und erschwert wird, für Unzufriedenheit sorgt.

Rücksendeanträge werden von Kunden häufig, aufgrund des miserablen Aufbaus der Amazon Seite, auch genutzt, um einen “Dialog” mit dem Versender zu starten. Dieser wird dann zukünftig erstmal direkt stumpf abgewürgt. Als Kunde würde ich das nicht positiv wahrnehmen.

Bei uns übernimmt der Kunde die Rücksendekosten, würde also ein nicht freigemachtes Rücksendelabel von Amazon zugeschickt bekommen. Was aber, wenn der Kunde eigentlich eine Reklamation hat? Dann würden wir natürlich ein freigemachtes Label bereit stellen. Die Automatik wird dafür sorgen, dass der Kunde stumpf mit einem nicht freigemachten Etikett versorgt wird, somit die Reklamation “ignoriert” wird.

Ich als Kunde würde dann aus der Hose springen.


#49

Ich könnte auch kotzen. Da darf der Kunde nach einer gefühlten Ewigkeit angefressene (angebrochene) Lebensmittel zurückschicken, die längst verfallen sind (hatte ich schon).


#50

genau das ist ein Hauptproblem. Der Kunde bekommt automatisch ein unfreies Label und ärgert sich in manchen Fällen (z.B. Ware beschädigt, Klamotten) dann zurecht. Läuft vor Wut gleich zur Post und schickt die beschädigten Sachen auf seine Kosten zurück ohne vorher Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen. Dann gibt es eine saftige negative Bewertung und aus Wut noch eine negative Rezension für den Artikel. Der Verkäufer hatte aber gar nicht die Chance, individuell ein freigemachtes Label noch rechtzeitig zu schicken. Kunde und Verkäufer sind unzufrieden und amazon gibt dem Verkäufer noch eine Verwarnung, wegen der negativen Bewertung.


#51

Das Label des Kunden wird nicht lange unfrei bleiben.
Die vorfrankierten Etiketten (zu Lasten des Verkäufers) werden kommen. Das ist so
sicher wie das Amen in der Kirche.


#52

…und am Wichtigsten: Der verärgerte Kunde kauft ab sofort nicht mehr bei Amazon, sondern lieber woanders, in der Bucht, oder in Onlineshops.

…oh wait…

Im Ernst: Solange Rücksendeanträge keine wirksamen Widerrufe sind, ist doch alles gut. Schade nur um die Kunden, die vom Kaufen auf Amazon vergrault werden, weil Amazon Sachen regeln will, die sie nicht regeln können.


#53

Was mir tatsächlich lieber wäre. Unsere Strategie für die nächsten 2 Jahre ist, alles außerhalb von Amazon zu stärken, um Amazon irgendwann abschalten zu können. Dann sieht mich diese Seite nie wieder, weder als Händler noch als Kunde.


#54

Also wenn das System so “toll” funktioniert wie bei Prime Kunden, dann werden auch Rücksendeanträge nach über einem Jahr noch automatisch autorisiert mit der Begründung, dass Amazon “in Einzelfällen individuell entscheidet, dass die Rücksendung angebracht ist” oder irgendwie sowas. Ist natürlich oh Wunder bei jeder einzelnen Rücksendung außerhalb der Rückgabefrist der Fall.

Alles in allem sind die vielzähligen Gründe wieso das eine absolut schlechte Idee ist bereits aufgezählt, kann mich da nur anschließen.


#55

Jepp, auch wenn im Kundenservice von Ama zu 90% nur Pf… sitzen, an der Stelle werden die verdammt kreativ.


#56

Aus Ihrer Email an alle Händler:

  1. Wie kann ich Käufern mitteilen, dass ich alternative Lösungen zur Rücksendung anbiete, oder Versandinformationen zur Rücksendung bereitstellen?
    Wir empfehlen Ihnen, den Freitext im Bereich „Ihre Anweisungen zur Rücksendung“ in Ihren Rücksendeeinstellungen (https://sellercentral-europe.amazon.com/gp/returns/settings) zu nutzen, um Käufer über alternative Lösungen zu informieren. Fügen Sie dort z.B. Informationen zu eventuellen Ersatzlieferungen und Ihrem Kundenservice oder relevante Rücksendeinformationen wie die verfügbaren Versandarten für Rücksendungen und Verpackungsanforderungen ein.

Diesen Freitext lesen weniger als 10% der Kunden. Der Kunde kommt auf genau diese Seite, weil er eine Rücksendung abwickeln will und nach einem (frankierten) Versandlabel sucht. Er liest gleich zu Beginn der Seite: “Am Ende dieser Seite finden Sie einen Versandaufkleber…” und schon wird per Mausrad bis ans Ende der Seite gescrollt,um dort eine unfrankierte Postkarte oder sogar nur ein Quadrat mit der Händler-Adresse vorzufinden. Der Freitext - den man überdies noch nicht einmal mit formatieren kann, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen - bleibt ungelesen zurück.

Dem Kunden einfach ein unfrankiertes Label mit einer Adresse, uingeachtet seines Anliegens, förmlich hinzuknallen, ist falsch. Die Kunden nutzen die Rücksendeanträge nicht nur zur Anbahnungen von Rücksendungen. Sie befeuern mit dieser Änderung die Rücksendequote. Verbessern und unterstützen Sie lieber die Kontaktaufnahme von Kunden mit den Händlern.

Nicht auf alle Fragen ist eine Rücksendung die Antwort.


#57

100% korrekt und wird in Zukunft für viel Zündstoff zwischen Kunde und Händler sorgen. Amazon wird indirekt ebenso darunter leiden, weil die angeblich höchste Priorität “Kundenzufriedenheit” darunter leiden wird.


#58

Nix, Amazon wird zum Leihhaus. :face_with_symbols_over_mouth:


#59

Und wenn man ein eigenes Label hinterlegt das gar keins ist sondern ein PDF mit Rücksendesanweisungen des Händlers?


#60

Wir haben jetzt schon verdutzte Kunden, die sich für den Betreff einer Email an uns entschuldigen, “aber wir konnten nichts anderes auswählen”. Was soll das? Demnächst liegen Zettel im Retourenpaket, auf denen steht “Ich wollte eigentlich nur fragen, wann es diesen Rock auch wieder in Rot gibt, weil mir der in schwarz so gut gefällt. Amazon meinte aber, ich sollte ihn zurückschicken. Verstanden habe ich es nicht, und ich musste auf der Post sogar noch selbst bezahlen.”


#61

uns geht es genau so. Ich bin mir nicht sicher, ob das für uns hier dann noch Sinn macht.


#62

Amazons Vorstellung einer schlanken Kommunikation.

Ich werde den Ansatz, die Kommunikation zwischen Kunden und Händler immer mehr unterbinden zu wollen, nicht verstehen. Unsere Kunden sind immer komplett happy, wenn sie sehen, dass sich ein “Mensch” um ihre Anliegen kümmert, sie individuell “abgeholt” werden. Gerade auf diese Weise stellt sich Zufriedenheit ein, selbst, wenn mal was falsch läuft.

Abgesehen davon, hat Amazon sich nicht erst kürzlich mit einer Ankündigung zur gewerblichen Variante von Greta Thunberg präsentieren wollen? Was nützen biologisch abbaubare Verpackungen, wenn diese wie nix das Land bereisen. Diese Maßnahme hier steht im krassen Gegensatz dazu, wenn noch mehr unnötige bzw. vermeidbare Retouren durchs Land gejagt werden. Dieser Laden ist so dermaßen verlogen, dafür gibt es kaum noch passendes Vokabular.